Das Foto oben zeigt A. R. Penck in seinem 
Atelier, Gostritzer Straße 92, Dresden,
zwischen 1977 und 1980
(© Archiv Städtische Galerie Dresden –
Kunstsammlung, Museen der Stadt
Dresden, Fotograf: Erhard Peschke,
Repro: Franz Zadniček
© VG Bild-Kunst, Bonn 2019)

Die Aus­stel­lung Ich aber kom­me aus Dres­den (check it out man, check it out) erin­nert an einen her­aus­ra­gen­den Künst­ler unse­rer Epo­che. Als Ralf Wink­ler wur­de er 1939 in Dres­den gebo­ren. Von der Kunst­aka­de­mie abge­lehnt, fand er in Rem­brandt und Picas­so sei­ne Vor­bil­der. Den Namen Albrecht Ralf Penck nahm er von dem Geo­lo­gen und Eis­zeit-Spe­zia­lis­ten an, der 1945 starb. 1961, kurz nach dem Bau der Ber­li­ner Mau­er, mal­te er sein ers­tes Welt­bild. Es wur­de zu einem Schlüs­sel­werk für Pencks neu­en Begriff von Male­rei.

A. R. Penck: „Gro­ßes Welt­bild”, 1965,
Öl auf Hartfaserplatte/ 180 x 260 cm,
(Leih­ga­be Lud­wig Stif­tung, 1986, ML 01432,
Muse­um Lud­wig, Köln © VG Bild-Kunst,
Bonn 2019, Foto: Rhei­ni­sches Bild­ar­chiv
Köln, rba_d047242)

Ich woll­te Bil­der malen, die als Signa­le funk­tio­nie­ren“, erläu­ter­te Penck. Was ihn beschäf­tig­te, waren die Ana­ly­se mensch­li­cher Rea­li­tät sowie die Beweg­grün­de struk­tu­rier­ten Ver­hal­tens. So fand er den Weg zu sei­nem Stan­dart-Pro­gramm. 1967 erar­bei­te­te er damit eine neue Spra­che, die er schrift­lich als Theo­rie fest­hielt. Ein Bau­kas­ten soll­te es wer­den mit „klar for­mu­lier­ten abs­trak­ten Zei­chen“, die er wie ein Tech­ni­ker zur Anwen­dung brin­gen woll­te. Sinn die­ser Zei­chen war es, „eine zwi­schen­mensch­li­che Bezie­hungs­lo­gik“ sicht­bar zu machen.

A. R. Penck: Ohne Titel (Ende im Osten/Duisburg),
1979/80, Öl auf Nes­sel, 130 × 175 cm,
(MKM Muse­um Küp­pers­müh­le für Moder­ne Kunst,
Samm­lung Strö­her © VG Bild-Kunst, Bonn 2019,
Foto: Kunst­mu­se­um Bonn, Reni Han­sen)
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Als „Ver­bin­dung von Ich, Tun und Signal“ beschrieb Penck Stan­dart. Das Ich soll­te „eine abs­trakt ver­dich­te­te Figur“ sein. Die Abs­trak­ti­on führ­te aller­dings zum Aus­schluss aus dem Ver­band Bil­den­der Künst­ler und 1980 zur Aus­bür­ge­rung aus der DDR. Gezeigt wer­den im Alber­ti­num A. R. Pencks Arbei­ten aus sei­ner Dresd­ner Zeit bis 1980. Dazu gehö­ren auch Künst­ler­bü­cher, Fil­me und die Schall­plat­ten, die Penck als Musi­ker mit wech­seln­den For­ma­tio­nen auf­nahm.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Aus­stel­lung:

https://albertinum.skd.museum/

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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