Eine Woche Text­stu­di­um vor den ers­ten Pro­ben im Bal­lett­saal: So begann die Arbeit an Ibsens Stück Gespens­ter. Denn die Regis­seu­rin Marit Moum Aune und die Cho­reo­gra­fin Cina Espe­jord woll­ten, dass alle Tän­zer ihre Rol­len durch­drin­gen und eige­ne Ide­en ein­brin­gen. Resul­tat die­ser Zusam­men­ar­beit ist ein Hand­lungs­bal­lett, das Ibsens abgrün­di­ges Fami­li­en­dra­ma in inten­si­ven Bil­dern und Bewe­gun­gen auf die Büh­ne bringt und die klas­sisch geschul­te Tech­nik mit moder­nem Tanz-Voka­bu­lar kom­bi­niert. Ein Kunst­griff der Pro­duk­ti­on des Nor­we­gi­an Natio­nal Bal­let ist, dass die Hand­lung nicht chro­no­lo­gisch erzählt wird, son­dern Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart inein­an­der ver­schränkt gezeigt und Figu­ren gedop­pelt wer­den. Dank vir­tuo­ser Solis­ten und einem redu­ziert-ein­dring­li­chen Büh­nen­bild ist Ghosts ein opti­scher Genuss, den Jazz-Trom­pe­ter Nils Pet­ter Mol­va­er – zum Teil live – pass­ge­nau musi­ka­lisch unter­malt. 

Ibsens’s Ghosts”, Marit Moum Aune, Cina Espe­jord, Nils Pet­ter Mol­va­er, The Nor­we­gi­an Natio­nal Bal­let (BelAir)

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Antoinette Schmelter-Kaiser
Drei Studienorte (Freiburg, Paris, München), sieben Umzüge: Antoinette Schmelter-Kaiser ist viel herumgekommen. Für noch mehr Abwechslung sorgt ihr Beruf als Journalistin: Zehn Jahre war sie Redakteurin bei Miss Vogue, ELLE und Allegra. Seit 1998 arbeitet sie als freie Autorin für (Kunden-)Magazine und Internetportale. Kür neben ihrem Pflichtprogramm im Home Office sind Interviews, regelmäßige Besuche von Kulturevents und Reisen.

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