Im März 1987, dem Jahr seines Abschieds, ging Vladimir Horowitz in Mailand ein letztes Mal ins Studio, um dort mit dem Scala-Orchester und Carlo Maria Giulini das berühmte A‑Dur-Konzert Mozarts (KV 488) für die Nachwelt zu verewigen, und dieses ungemein frische, jugendlich-lebendige Mozart-Manifest des 83-Jährigen ist jetzt in einer digital restaurierten LP-Version wiederveröffentlicht worden

In seiner langen, sechs Jahrzehnte währenden Karriere verwandelte sich der Jahrhundertpianist Vladimir Horowitz vom auftrumpfenden Virtuosen der frühen Jahre zu einem Klangfarbenmagier und Lyriker. Im März 1987, dem Jahr seines Abschieds, ging er in Mailand ein letztes Mal ins Studio, um dort mit dem Scala-Orchester und Carlo Maria Giulini das berühmte A‑Dur-Konzert Mozarts (KV 488) für die Nachwelt zu verewigen. Dieses ungemein frische, jugendlich-lebendige Mozart-Manifest des 83-Jährigen ist jetzt gemeinsam mit der Linzer-Sonate KV 333 in einer digital restaurierten LP-Version wiederveröffentlicht worden, und es unterstreicht nachdrücklich sein nicht nachlassendes emotionales Feuer, seine aufklärerische Klarheit, seinen berückenden Farbenreichtum. Am meisten verblüffte er durch sein unglaublich beredtes, gestenreiches Spiel, das im Wechsel von Zärtlichkeit und Prägnanz die innere Dramatik und die enormen Lebensenergien von Mozarts Klaviermusik freilegte und jeden Anflug von falscher Gefühligkeit ausschloss. Horowitz’ Seele war bis zuletzt jung geblieben.