So raum­fül­lend kann Alte Musik sein. Gran­di­os, wie das fran­zö­si­sche Ensem­ble Céla­don unter der Lei­tung des Coun­ter­te­nors Pau­lin Bünd­gen hier einen ver­ges­se­nen Meis­ter geist­li­cher Musik zum Leben erweckt. Nata­le Mon­fer­ra­to (1603–1685) war sei­ner Zeit Maes­tro di cap­pel­la an der Basi­li­ca di San Mar­co, dem Mar­kus­dom in Vene­dig. Es sind Motet­ten für Solo­stim­me aus dem Jah­re 1666, die zwi­schen Rezi­ta­tiv und Arie chan­gie­ren, aus der Zeit, als die Oper gera­de erst zum Leben erwacht war. Hat auch Mon­fer­ra­to aus­schließ­lich geist­li­che Musik geschrie­ben, so hört man in den vor­ge­stell­ten Wer­ken durch­aus eine Lie­be zur Oper. Gleich zu Beginn klingt das Sic ergo Jesu so abwechs­lungs­reich, als säße man in der Oper, und in allen Tei­len so aus­ge­wo­gen, als woll­te die Musik dem Gol­den Schnitt ent­spre­chen. Mon­fer­ra­to nann­te sie „mei­ne musi­ka­li­schen Seuf­zer“. In die­ser Welt­er­steinspie­lung fül­len sie auch den Raum des Her­zens!  

Nata­le Mon­fer­ra­to: „Sal­ve Regi­na”, Pau­lin Bünd­gen, Ensem­ble Céla­don (Ricer­car)

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Was hat John Wayne mit den Muppets und Groucho Marx gemeinsam? Für crescendo begibt sich Stefan Sell immer wieder auf die Suche nach verblüffenden Zusammenhängen. Überraschende Verbindungen bringt Sell auch als Konzertgitarrist auf die Bühne. In Programmen wie Don Quijote trifft Hamlet vereint er virtuoses Saitenspiel mit humorvollen Anekdoten und entstaubt die Weltliteratur. Seine langjährige Arbeit als Herausgeber und Autor beim Schott-Verlag wurde mit dem Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ ausgezeichnet.

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