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Der österreichische Pianist und Musikschriftsteller Alfred Brendel wird Ehrendoktor der Hochschule für Musik und Tanz Köln (HfMT). Der Titel eines Dr. phil. h.c. soll dem 90-Jährigen am 14. Mai im Rahmen einer Online-Feierstunde verliehen werden, teilte die Einrichtung am Donnerstag mit. Brendel werde nach dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt und dem Komponisten Helmut Lachenmann der dritte Träger dieser Ehrung.

Alfred Brendel

Alfred Brendel

Als stilbildender Pianist der Gegenwart habe sich Brendel über mehrere Jahrzehnte und in internationalem Rahmen herausragende Verdienste erworben, hieß es. Insbesondere seine Beethoven- und Schubert-Interpretationen seien bis heute grundlegend. Als epochal und bis heute wirksam sei sein Eintreten für das Klavierwerk von Franz Liszt zu bezeichnen.

In einer weiteren Schaffensdimension zeige Brendel sich als versierter Musikschriftsteller und Essayist. Er verstehe es in ganz besonderer Weise, wissenschaftliche Recherche, künstlerisches Wissen und Sprachkunst miteinander zu verbinden.

Für die nachwachsende Generation von Studenten der HfMT „ist die in der Persönlichkeit und im Schaffen Brendels anzutreffende besondere Verbindung von künstlerischer Empathie und geistigem Weitblick beispielhaft“, erklärte die Hochschule. „Durch die Verleihung der Ehrendoktorwürde soll auch vor diesem Hintergrund die besondere Kraft, die musikalisches Schaffen entfalten kann, herausgestellt werden.“

Brendel ist der erste Pianist, der die Klavierwerke Ludwig van Beethovens komplett aufnahm. 2008 verabschiedete er sich von der Konzertbühne. Der vielfach ausgezeichnete Künstler ist unter anderem Ehrendoktor der Universitäten London, Oxford, Yale, McGill Montreal und Cambridge.

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