Otto Klemperer leitet das New Philharmonia Orchestra bei der Aufführung aller neun Sinfonien Ludwig van Beethovens.Als dirigiere Beethoven selbst…

0
206

London im Sommer 1970: Vor der Royal Festival Hall kampieren die Menschen, um sich Eintrittskarten für die Generalprobe zu sichern. Doch der Star, auf den sie warten ist nicht John Lennon oder Paul McCartney, sondern ein 85 Jahre alter knorriger Herr „mit düster brennenden Augen und bleichen Wangen“ (Lotte Lehmann): Otto Klemperer.

Otto Klemperer am Pult in London
(© Macdomnic)

Die letzte aller Sinfonien Beethovens steht auf dem Programm, und jeder im Publikum ahnt, dass mit dem alten Herrn auf der Bühne, der da unsentimental, präzise, mit durchdringendem Blick dirigiert, nicht nur eine Ära zu Ende geht, sondern ein Zeitzeuge allmählich verschwindet, der noch die Großen seines Jahrhunderts wie Mahler, Zemlinsky, Strawinsky, Hindemith, Schönberg oder Janáček kannte. Und so freut man sich ein halbes Jahrhundert später, dass Klemperer, der TV-Live-Aufzeichnungen hasste, sie ausnahmsweise zuließ. „Es ist, als dirigiere uns Beethoven selbst“, brachte es ein Musiker auf den Punkt. 

Ludwig van Beethoven: „Symphonies 1–9”, , Otto Klemperer (Zweitausendeins)

www.zweitausendeins.de

Previous articleOPUS Langeweile und Dresdens Neuer Direktor
Next articleMusikalische Charakterstudien
„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

No posts to display

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here