Vereinte Gegensätze

Andrew Manze

Andrew Man­ze und die NDR Radio­phil­har­mo­nie spie­len die Fünf­te und Sieb­te Sin­fo­nie von Lud­wig van Beet­ho­ven.

Nach den gemein­sa­men Erfol­gen mit den Men­dels­sohn-Sin­fo­nien packen die NDR Radio­phil­har­mo­nie und ihr Chef­di­ri­gent Andrew Man­ze den Beet­ho­ven-Stier gleich mit des­sen viel gespiel­ten und auf­ge­nom­me­nen Sin­fo­nien fünf und sie­ben bei den Hör­nern. Die Kon­kur­renz ist also groß – doch ihr Mut macht sich bezahlt. Zumal es Man­ze schafft, Gegen­sät­ze zu ver­ei­nen, ohne auf ver­schäm­ten Mit­tel­we­gen zu wan­deln. Wann hat es zuletzt einen Ver­tre­ter his­to­ri­scher und his­to­risch infor­mier­ter Auf­füh­rungs­pra­xis gege­ben, der sich zumin­dest in der Fünf­ten zugleich so viel Pathos erlaubt hät­te?

Andrew Manze am Pult

Erlaubt sich Pathos und gewinnt Dra­ma: Andrew Man­ze 
(Foto: © Chris Chris­to­dou­lou)

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Dabei ist Man­zes ers­tes Ziel die Detail­ge­nau­ig­keit. Aber zusam­men mit herz­haf­ten Far­ben und kla­rer Arti­ku­la­ti­on gewinnt er eine gehö­ri­ge Por­ti­on Dra­ma aus ihr. Das ist ihm wich­ti­ger als blo­ße Höchst­ge­schwin­dig­keit – und das Orches­ter tönt nir­gends dünn oder gar karg, son­dern trotz manch scharf geschnit­te­ner Kon­tu­ren ins­ge­samt wohl­ge­run­det. Eine Auf­nah­me, die geeig­net ist, vie­le bekann­te Vor­ur­tei­le zu hin­ter­fra­gen und über den Hau­fen zu wer­fen.

Beet­ho­ven: „Sym­pho­nies 5 & 7”, NDR Radio­phil­har­mo­nie, Andrew Man­ze (Pen­ta­to­ne)
Zu bezie­hen u.a.: www.jpc.de

Als Dank, dass Sie auch ange­sichts der Coro­na-Kri­se an die Musik glau­ben, kön­nen Sie die­ses Album bis Ende Mai 2020 kos­ten­frei in der NML hören. Regis­trie­ren Sie sich unter: crescendo.de

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