Ein Kaffee mit Winfried Hanuschik Die Klassik wird uns alle überleben“

Als Her­aus­ge­ber von cre­scen­do fei­erst Du 50 Jah­re Klas­sik­ma­ga­zi­ne der Fami­lie Hanu­schik. Wie kam Dei­ne Fami­lie zur klas­si­schen Musik?
Anfang der 60er Jah­re kam Pro­fes­sor Hans Huber, ein Münch­ner Opern­gän­ger seit frü­hes­ter Jugend, auf mei­nen Vater zu und reg­te sich sehr enga­giert über die oft mise­ra­ble Qua­li­tät der Reper­toire­vor­stel­lun­gen an der Baye­ri­schen Staats­oper auf. Er sag­te, dass man da doch was machen müs­se. Das weck­te die Opern- und Klas­sik­lei­den­schaft mei­nes Vaters, die die Fami­lie seit­her beglei­tet. Mein Vater hat­te damals einen Ver­lag und fand die Idee so span­nend, daß dar­aus ein Maga­zin wur­de: „Oper und Kon­zert – Kri­ti­sche Stim­men“.

Wie war Dein ers­tes Erleb­nis im Ver­lag?
Mein Vater nahm mich schon als klei­nes Kind an den Wochen­en­den oft mit zu Kun­den und in den Ver­lag. Ein Ver­lag hat­te damals ja noch – im Gegen­satz zu heu­te – sei­ne eige­ne Dru­cke­rei. Am liebs­ten hielt ich mich im „Druck­saal“ auf, dem Teil der Dru­cke­rei, in dem die gro­ßen Maschi­nen ste­hen und gleich­mä­ßig stamp­fen und in einer atem­be­rau­ben­den Geschwin­dig­keit Bogen für Bogen auf­neh­men und auf der ande­ren Sei­te bedruckt wie­der prä­zi­se gesta­pelt able­gen. Ich war gera­de in die ers­te Klas­se gekom­men, als ich zum ers­ten Mal am „Hei­del­ber­ger Tie­gel“ sel­ber dru­cken durf­te. Als ich vor eini­gen Wochen mei­ne bei­den Kin­der durch eine Dru­cke­rei führ­te, und den Geruch fri­scher Druck­far­be in der Nase hat­te, waren die­se Kind­heits­er­in­ne­run­gen wie­der da, als wäre es ges­tern gewe­sen.

Wie war dann Dein ers­tes Erleb­nis mit der klas­si­schen Musik?
Schon als klei­ner Stepp­ke durf­te ich regel­mä­ßig mit in die Oper und ins Kon­zert. Ich erin­ne­re mich an eine Pro­be, zu der ich tags­über mit­kom­men durf­te. Wir lie­fen über den Künst­ler­ein­gang, durch selt­sa­me Gän­ge, kah­le Trep­pen­häu­ser und unzäh­li­ge Türen und dann stan­den wir im Innen­raum des Cuvil­liés-Thea­ters in Mün­chen. Wow, der pracht­vol­le Zuschau­er­raum mit den roten Pols­ter­ses­seln, den mäch­ti­gen Lüs­tern und den gol­de­nen Roko­ko-Orna­men­ten beein­druck­te mich enorm. Dann pack­te mich die Wucht des Orches­ters und der Musik, die ich bis­her nur vom Plat­ten­spie­ler kann­te. Es war wie eine Tür in eine ande­re Welt.

Aus „Oper und Kon­zert“ wur­de cre­scen­do. War­um?
Oper und Kon­zert war ein Titel für pure Klas­sik-Fans. „Solan­ge es der Betrieb trägt, machen wir wei­ter“, sag­te mein Vater, obwohl die Zeit­schrift nicht ein­mal einen beschei­de­nen wirt­schaft­li­chen Erfolg, dafür aber man­chen Ärger, ein­brach­te. Als ich 1996, im Alter von 25 Jah­ren, mein eige­nes Unter­neh­men gegrün­det hat­te, konn­te ich es mir nicht leis­ten, das Heft so wei­ter­zu­füh­ren, obwohl mein Herz­blut dran­hing und ich mich dem Erbe mei­nes lei­der schon 1981 ver­stor­be­nen Vaters ver­pflich­tet fühl­te. Etwas spä­ter ent­deck­te ich dann aber eine Sta­tis­tik über das Frei­zeit­ver­hal­ten der Deut­schen: Dar­in stand, dass jedes Jahr über 14 Mil­lio­nen Men­schen klas­si­sche Kon­zer­te, Opern oder Ope­ret­ten besuch­ten. Das sind mehr Besu­cher als die von Spie­len der Fuss­ball-Bun­des­li­ga! Ich dach­te, da ist ein gigan­ti­sches Poten­ti­al für ein Maga­zin. Das war die Geburts­stun­de von cre­scen­do: Ein Maga­zin für die vie­len Men­schen, die sich an klas­si­scher Musik erfreu­en, und nicht nur die Exper­ten. Wir star­te­ten mit einer Auf­la­ge von 100.000 Exem­pla­ren, die wir in den Kon­zert­sä­len, Opern­häu­sern und Plat­ten­lä­den der Repu­blik ver­teil­ten. Das war 1998 und eine Revo­lu­ti­on auf dem Maga­zin­markt!

Das war bestimmt auch nicht ein­fach…
Nein. Als ich Arnt Cob­bers ken­nen­lern­te, den spä­te­ren Grün­dungs­chef­re­dak­teur von cre­scen­do, waren wir uns schnell einig, wie so ein „Klas­sik­ma­ga­zin für Alle“ gemacht sein müss­te. Nur auf einen gemein­sa­men Stand­ort konn­ten wir uns nicht eini­gen: Der Ver­lags­sitz war Mün­chen, Arnt woll­te unbe­dingt in sei­ner Wahl­hei­mat Ber­lin blei­ben. Und die für unse­ren klei­nen Ver­lag ver­füg­ba­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie war damals: das Fax. Mit End­los­rol­le und Ther­mo­pa­pier. Die Autoren schick­ten ihre Manu­skrip­te schreib­ma­schi­nen­ge­tippt per Post nach Ber­lin. Die Redak­ti­on schick­te uns dann Dis­ket­ten mit den Tex­ten, dazu Dias und Foto­ab­zü­ge. Dar­aus bas­tel­ten wir in Mün­chen ein Lay­out und fax­ten die Aus­dru­cke zurück nach Ber­lin. In stun­den­lan­gen Tele­fo­na­ten gaben wir uns dann gegen­sei­tig Kür­zun­gen, Über­schrif­ten, Kor­rek­tu­ren und Anzei­gen­plat­zie­run­gen durch. Hit­zig wur­de es immer dann, wenn nach dem Anz­ei­gen­schluss noch ein Auf­trag rein­kam: Als Ver­le­ger freu­te ich mich natür­lich über den Umsatz, aber die Redak­ti­on und vor allem die Gra­fi­ker stöhn­ten, wenn sie das Heft noch ein wei­te­res Mal umbau­en muss­ten.

Wie hast Du die Maga­zi­ne am Anfang an die Opern­häu­ser und Aus­la­ge­stel­len gelie­fert?
Ich erin­ne­re mich noch gut, wie ich gemein­sam mit mei­nem lang­jäh­ri­gen Freund und Geschäfts­part­ner Andre­as Koschin­sky im Sat­tel­schlep­per der Dru­cke­rei stand. Im Licht­ke­gel einer Taschen­lam­pe bekleb­ten wir die über 900 Kar­tons mit den Adress- und Paket­auf­kle­bern, tru­gen jeden Emp­fän­ger in Ver­sand­lis­ten ein und hiev­ten die Pake­te in den zur Abfahrt bereit­ste­hen­den Last­wa­gen des Deut­schen Paket­diensts – ins­ge­samt über 9 Ton­nen. Noch auf dem Heim­weg tüf­tel­ten wir – erschöpft, aber glück­lich – ein Daten­bank­sys­tem aus, mit dem wir uns die­se Pla­cke­rei zukünf­tig erspa­ren konn­ten.

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Tages­zei­tungs­be­richt AZ-Serie „Münch­ner Köp­fe“.

Wer war der ers­te Titel­star? Das ers­te gro­ße Inter­view?
Auf dem ers­ten Titel druck­ten wir einen ver­bo­gen daste­hen­den Mann im wei­ßen Frack mit wir­rem Blick und geball­ten Fäus­ten: Das war Bo Skov­hus in Kon­wit­sch­nys revo­lu­tio­nä­rer Insze­nie­rung des Woz­zeck an der Ham­bur­gi­schen Staats­oper. Davon stand aller­dings auf der Titel­sei­te: Nichts. Erst auf Sei­te 14 brach­ten wir die zuge­hö­ri­ge Rezen­si­on mit der schö­nen Über­schrift „Der Mann im Frack heißt Woz­zeck“. Wir woll­ten schon damals die Ers­ten sein: So läu­te­ten wir das Richard-Strauss-Jahr 1999 zu Ehren sei­nes 50. Todes­ta­ges bereits Ende 1998 ein, lei­te­ten über zu sei­ner lang­jäh­ri­gen Wir­kungs­stät­te, der Säch­si­schen Staats­ka­pel­le, die damals 450 wur­de und führ­ten das ers­te gro­ße Inter­view schlüs­si­ger­wei­se mit deren Chef­di­ri­gent Giu­sep­pe Sino­po­li. Auf die Fra­ge „Und Sie blei­ben wei­ter­hin in Dres­den?“ ant­wor­te­te er: „Bis 2007 min­des­tens.“ Tra­gi­scher­wei­se erlitt er 2001 wäh­rend einer Auf­füh­rung in der Deut­schen Oper Ber­lin einen Herz­in­farkt, den er nicht über­leb­te.

Du hast am Anfang den Anzei­gen­ver­kauf selbst über­nom­men. Die gro­ßen Labels haben aber wahr­schein­lich nicht auf Dich gewar­tet …
Noch zu „Oper und Konzert“-Zeiten, Anfang der Neun­zi­ger, war die Deut­sche Gram­mo­phon die abso­lu­te Nr.1 im Klas­sik­land. Das Gelb-Label domi­nier­te Plat­ten-Läden und hei­mi­sche Wohn­zim­mer, sonn­te sich in die­sem Erfolg und schwelg­te in sei­ner All­macht. Über­all sah ich deren Anzei­gen, nur nicht bei uns. Das woll­te ich ändern. Also fuhr ich mit mei­nen 22 Jah­ren mit dem Auto nach Ham­burg – in dem ich auch über­nach­te­te, weil die Jugend­her­ber­ge aus­ge­bucht war – und stell­te mich vor. In einer Feu­er­wehr-Uni­form-Jacke, weil ich Anzug und Kra­wat­te spie­ßig fand. „Oper und Kon­zert? Was soll das sein?“ frag­ten die Gran­den des deut­schen Klas­sik-Geschäfts. Die Art und Wei­se, wie ich damals abblitz­te, weck­te mei­nen Ehr­geiz: Euch werd ich´s zei­gen!

Also ent­stand der Name „cre­scen­do“ auch ein wenig durch sol­che Erfah­run­gen?
Klar! Es war genau die­se Revo­luz­zer-Stim­mung: Wir sind jung, wir sind neu, wir sind anders, wir sind die Zukunft – und wol­len wach­sen („cre­sce­re“ = lat. wach­sen, Anm. der Red.)! Und natür­lich – im musi­ka­li­schen Sin­ne – „all­mäh­lich lau­ter wer­den“.
cre­scen­do war auch das ers­te Klas­sik­ma­ga­zin mit CD zum Heft. Die hieß damals „Schö­ner Hören“.

Wel­che Erin­ne­run­gen hast Du an die ers­ten Klas­sik-Mes­sen?
Auf der MIDEM, der lan­ge Zeit wich­tigs­ten Musik­mes­se der Welt, war die legen­dä­re „cre­scen­do clas­sic lounge“ tat­säch­lich DER inter­na­tio­na­le Treff­punkt der Plat­ten­in­dus­trie. Hier stell­te unse­re Mit­ar­bei­te­rin Bar­ba­ra Wun­der­lich den Film vor, den sie über das Leben ihres Vater Fritz Wun­der­lich pro­du­ziert hat­te. Hier prä­sen­tier­te Wer­ner Dabring­haus sei­ne Welt­neu­heit, das „2+2+2‑System“, mit dem man Musik wirk­lich räum­lich hören kann. Auf der MIDEM schlos­sen sich 1998 auch die wich­tigs­ten klei­nen Plat­ten­fir­men zum Ver­band „CLASS“ zusam­men und beschlos­sen, den „Majors“ mit dem eige­nen Maga­zin „CLASS aktu­ell“, in dem sie ihre lie­be­vol­len, hoch­wer­ti­gen Auf­nah­men vor­stell­ten, die Stirn zu bie­ten. Seit­dem liegt „CLASS aktu­ell“ cre­scen­do bei. Sie sind Part­ner der ers­ten Stun­de und wir freu­en uns, die­sen ambi­tio­nier­ten und lei­den­schaft­li­chen Machern eine Platt­form bie­ten zu kön­nen, damit die vie­len klas­sik­in­ter­es­sier­ten Men­schen davon erfah­ren kön­nen.

Es gab auch mal eine Kolum­ne eines Hotel­di­rek­tors. Wie kam es dazu?
Ich war oft im Münch­ner Hotel „Palace“, weil sich dort nicht nur alle Klas­sik­stars auf­hiel­ten, son­dern eben auch die gan­ze Bran­che. Uli Schir­mer, der dama­li­ge Direk­tor des Hotels, erzähl­te so herr­li­che Anek­do­ten von sei­nen pro­mi­nen­ten Gäs­ten. Nigel Ken­ne­dy sei mit dem Fahr­rad direkt ins Hotel­foy­er gefah­ren, zum Bei­spiel. Also bat ich ihn, eine Kolum­ne für cre­scen­do zu schrei­ben. Das war wun­der­schön zu lesen. Die ein­zi­gen, die das eben nicht so lus­tig fan­den, waren eini­ge Künst­ler. Sie fühl­ten sich stän­dig beob­ach­tet und wir nah­men die Kolum­ne wie­der aus dem Heft.

Was war der bis­her größ­te Eklat? 
Ach, so einen rich­ti­gen Eklat gab es eigent­lich nicht. Ich erin­ne­re mich aber noch an den bis­her wahr­schein­lich größ­ten „Auf­re­ger“. Wir bau­ten gera­de auf der „HIGH END“, Euro­pas wich­tigs­ter Hifi-Mes­se die cre­scen­do-Lounge auf, als eine sehr kri­ti­sche Geschich­te über Simon Ratt­le erschien – geschrie­ben von cre­scen­do-Chef­re­dak­teur Axel Brüg­ge­mann. Sein „Ratt­le-Bashing“ lös­te einen gewal­ti­gen Pres­se-Wir­bel aus: Darf man den bis­lang unan­tast­ba­ren Chef­di­ri­gen­ten der bis­lang unan­tast­ba­ren Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­ker öffent­lich angrei­fen? Wir fan­den: Ja, war­um nicht? Der Text bil­de­te die logi­sche Fort­set­zung des von Prof. Huber gesä­ten Urgrunds des zivi­len Unge­hor­sams. Natür­lich straf­ten uns wich­ti­ge Anzei­gen­kun­den dafür ab, denen ein gefäl­li­ge­rer Jour­na­lis­mus bes­ser gefal­len hät­te. Und natür­lich bestärk­te uns das in unse­rem Kurs, so wei­ter zu machen. Rele­vanz ist eben das Gegen­teil von gemüt­lich. Dar­um brach­ten wir auch schon Ange­la Mer­kel im Wal­kü­ren-Out­fit auf der Titel­sei­te.

Apro­pos Mer­kel: Auf einem Foto bist Du mit Ange­la Mer­kel, auf einem ande­ren mit Wolf­gang Cle­ment und Klaus Wowe­reit. Das sind kei­ne typi­schen Klas­sik­stars…
Die „Musik­ver­mitt­lung“, neu­deutsch: „Audi­ence Deve­lop­ment“, also neu­en Genera­tio­nen die Mög­lich­keit zu bie­ten, sich für klas­si­sche Musik zu begeis­tern, ist mir eine per­sön­li­che Mis­si­on. Dar­um habe ich mei­nen lang­jäh­ri­gen Mit­ar­bei­ter Hau­ke Gosau bei sei­nem Pro­jekt „Kin­der-Musik-Men­schen“ unter­stützt, für das wir von Ange­la Mer­kel per­sön­lich aus­ge­zeich­net wur­den. „cre­scen­do“ steht auch für „Klas­sik im 21. Jahr­hun­dert“. Dar­um besuch­ten der dama­li­ge Wirt­schafts­mi­nis­ter Wolf­gang Cle­ment und der regie­ren­de Bür­ger­meis­ter von Ber­lin, Klaus Wowe­reit die cre­scen­do-Klas­sik-Lounge.

Haben auch mal ein paar klas­si­sche Künst­ler in der Redak­ti­on vor­bei­ge­schaut?
Ja, Gabrie­la Mon­te­ro zum Bei­spiel. Die Meis­te­rin der Impro­vi­sa­ti­on, besuch­te uns an unse­rer The­ke, hier im Ver­lag. Vie­le Künst­ler, Kun­den und Mit­ar­bei­ter erleb­ten hier ihre ers­te Berüh­rung mit der cre­scen­do-Welt: unkom­pli­ziert, aber bedeut­sam. Hier in der Haupt­bahn­hof­ge­gend von Mün­chen hal­ten wir die Fah­ne der Kul­tur hoch. So hoch, dass sie jeder sehen kann und jeder hin­kommt. Das ist cre­scen­do. So wün­sche ich mir übri­gens auch Kul­tur im 21. Jahr­hun­dert.

Heu­te sieht cre­scen­do deut­lich anders aus als vor 15 Jah­ren. Glaubst Du, das kon­ser­va­ti­ve Klas­sik­pu­bli­kum ver­trägt die­se Ver­än­de­run­gen?   
Ver­än­de­rung ist bei uns Kon­zept! Ja, Klas­sik mag kon­ser­va­tiv erschei­nen und ihre Dar­bie­tung ist es manch­mal viel­leicht auch. In Wirk­lich­keit ist Klas­sik aber wild, aben­teu­er­lich und frisch: Beet­ho­ven war radi­kal, Mozart war frech, Schosta­ko­witsch exis­ten­ti­ell. Ver­rückt ist nur, dass bei dem Eti­kett „Klas­sik“ oft „ewig Glei­ches“ erwar­tet wird. Sta­bi­li­tät, Ver­läss­lich­keit. Wenigs­tens ein Fix­punkt in die­ser hyper­ak­ti­ven Welt. Ja, die­ser Wunsch ist legi­tim und nach­voll­zieh­bar. Ord­nung im Cha­os. Und nein: Das kön­nen und wol­len wir nicht leis­ten: Klas­si­sche Musik ist kein nost­al­gi­scher Ort, son­dern ein Ort der Gegen­wart.

Wo siehst Du Dich und cre­scen­do in 15 Jah­ren?
Die Klas­sik wird uns alle über­le­ben. Das Gro­ße braucht uns nicht. Nur scha­de, dass vie­le Men­schen gar nicht mehr die Chan­ce bekom­men haben, die klas­si­sche Musik für sich zu ent­de­cken. cre­scen­do wird immer Mitt­ler blei­ben, immer lei­den­schaft­li­cher Bot­schaf­ter, in der fes­ten Über­zeu­gung, dass Musik Men­schen ver­bin­det und sie mit­nimmt auf eine Rei­se ins Selbst. cre­scen­do bleibt wach und frisch. Noch stär­ker als die Klas­sik­welt ist die Welt ins­ge­samt im Wan­del. Das fin­de ich unglaub­lich span­nend und weckt mei­ne Lust auf Neu­es: Ich bin selbst gespannt, wo mich die­se Rei­se hin­führt.

2 Kommentare

  1. Vie­len Dank für die­ses inter­es­san­te und rele­van­te Inter­view, das ich wohl auch in dem mir gera­de zuge­sand­ten Jubi­lä­ums­heft hät­te lesen kön­nen. Aber um so mehr freue ich mich auf die­ses Heft und die Buch-Bei­la­ge und bin SEHR froh, „Cre­scen­do“ nach mei­ner Rück­kehr aus 37 Jah­ren „Exils“ in den USA ent­deckt zu haben. Ich glau­be auch, dass ich den einen oder ande­ren Interessenten/Abonnenten rekru­tie­ren konn­te.

    Also nur wei­ter so – mit bes­ten Wün­schen -

    Ger­hard F. Stras­ser

  2. Ja, in der Tat ein äus­serst inter­es­san­tes Inter­view, denn auch ich konn­te Dank mei­ner gelieb­ten Mut­ter – einer vir­tuo­sen Vio­li­nis­tin in einem äus­serst renom­mier­ten, wenn auch nicht deut­schen Orches­ter – schon von Kind an die klas­si­sche Musik ent­de­cken und so habe ich auch mich beruf­lich der Musik hin­ge­ge­ben. Herr Dr Stras­ser hät­te aber auch in ähn­li­cher Form bes­te Alter­na­ti­ven in den USA fin­den können,das ist so, denn ich habe fast 23 Jah­re dort im Osten mei­ne schöns­ten und inter­na­tio­nal erfolg­reichs­ten Jah­re ver­brin­gen dür­fen – vor allem in musi­ka­lisch beruf­li­cher Hin­sicht.

    In die­sem Sin­ne auch von mir wei­ter so

    Ihre Fran­zis­ka M. Kauf­mann

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