War­um soll Mehr­fach­ver­wer­tung kei­ne Kunst sein? Franz Schu­bert zumin­dest war ein Meis­ter dar­in, die Melo­di­en sei­ner Lie­der in den Instru­men­tal­kom­po­si­tio­nen so gekonnt vari­iert wie­der­auf­le­ben zu las­sen, dass dar­aus ein musi­ka­li­scher Dia­log mit sich selbst wur­de. Noch sel­ten aller­dings sind die­se Ver­bin­dungs­li­ni­en so erhel­lend her­aus­ge­ar­bei­tet wor­den wie nun vom lang­jäh­rig erfolg­rei­chen Signum Quar­tett (Foto oben: © Kau­po Kikkas) mit dem Album „Aus der Fer­ne“, ihrem Debüt beim Label Pen­ta­to­ne. Die Köl­ner For­ma­ti­on – die den Abgang ihrer ers­ten Gei­ge­rin Kers­tin Dill 2016 in Per­son des vor­züg­li­chen Vio­li­nis­ten Flo­ri­an Dode­rer bes­tens kom­pen­sie­ren konn­te – lässt die Sehn­suchts­ver­wandt­schaf­ten zwi­schen den Schu­bert-Wer­ken leuch­ten. Begon­nen mit dem titel­ge­ben­den Lied Aus der Fer­ne, ver­lin­ken die Musi­ker hier die bei­den weh­mü­ti­gen, zart-fra­gi­len Streich­quar­tet­te Nr. 8 und Nr. 13 mit­ein­an­der – und machen im Menu­ett des Rosa­mun­de-Quar­tetts Moti­ve aus dem Lied Die Göt­ter Grie­chen­lands hör­bar, das zuvor zwi­schen Lachen und Wei­nen und Wand­rers Nacht­lied erklun­gen war. „Aus der Fer­ne“ bringt Schu­bert ganz nah.

Franz Schu­bert: „Aus der Fer­ne“, Signum Quar­tett (Pen­ta­to­ne)
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