Die­se CD ist fast ein Muss, denn Hanns Eis­lers Film­mu­si­ken und sin­fo­ni­schen Deri­va­te dar­aus schla­gen Brü­cken zwi­schen kon­trä­ren Polit­sys­te­men, kul­tu­rel­len Strö­mun­gen und musi­ka­li­schen Klang­spra­chen des 20. Jahr­hun­derts. Am Beginn steht Eis­lers als Frag­ment hin­ter­las­se­ne, spä­ter von Tilo Medek voll­ende­te und in die­ser Gestalt am 8. Okto­ber 1998 im Gewand­haus urauf­ge­führ­te Leip­zi­ger Sin­fo­nie.

Das Foto zeigt Hanns Eisler in der Emigration 
in Hollywood (© Eisler Haus Leipzig)
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Eis­lers Musik schärf­te sich an Arbei­ten für den ame­ri­ka­ni­schen und den fran­zö­si­schen Film nicht min­der als im von ihm ent­schei­dend beein­fluss­ten Musik­le­ben der DDR, mit der ihn eine an Wider­sprü­chen rei­che und span­nungs­ge­la­de­ne Bezie­hung ver­band. Bei­de Klang­kör­per woll­ten das nicht nur bril­lant über­flü­geln: Unter Jür­gen Bruns klingt Eis­ler so schroff und Pro­ko­fieff-nah wie sel­ten. Anschei­nend klar deut­ba­re Klang­par­ti­kel umhül­len ande­re Sinn­e­be­nen wie ein Pan­zer. Eine durch struk­tu­rier­te Wild­heit beein­dru­cken­de Ent­de­ckung.  

Hanns Eis­ler: „Leip­zig Sym­pho­ny” u.a., MDR-Sin­fo­nie­or­ches­ter Leip­zig, Kam­mer­sym­pho­nie Ber­lin, Jür­gen Bruns (Capric­cio)

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Roland H. Dippel brennt für Kontraste im groß(artig)en wie im klein(formatig)en Musik-, Tanz- und Konzert-Theater. Auf Entdeckungsreisen zu idyllischen Nischen und verwegenen Momenten folgt er freudig apollinischen Verheißungen und dionysischen Lockrufen. Boulevard, Belcanto, Brauchtum, ästhetische Exzesse in Literatur und Kunst sind Ziele seiner realen und fiktiven Abenteuer-Streifzüge. Er schätzt greifbare Bücher mehr als E-Books.

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