Neues vom revolutionären Feuerkopf

Taschenphilharmonie

Beethoven 3,„Eroica (Audio CD)


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Wenn jemand die Sinfonien Beethovens neu einspielt, darf man sich schon fragen, ob es wirklich noch etwas so Neues zu sagen gibt, dass es eine weitere Aufnahme rechtfertigt. Und wenn man dann auch noch liest, dass es sich um eine verkleinerte Besetzung handelt, dann steht auch noch die Frage im Raum, ob so etwas funktionieren kann.

Erstaun­li­cher­wei­se lau­tet die Ant­wort auf bei­de Fra­gen: „Ja!“. Die­se Eroi­ca hat mich sehr beein­druckt. So trans­pa­rent und vital hört man Beet­ho­ven mit gro­ßem Orches­ter nie. Die ein­zeln besetz­ten Strei­cher spiel­ten sou­ve­rän, und schaf­fen es, trotz kam­mer­mu­si­ka­li­scher Inten­si­tät einen durch­aus orches­tra­len Klang zu erzeu­gen. Die Blä­ser klin­gen fili­gran, aber mit Atta­cke und durch­aus sehr voll im Tut­ti. Natür­lich ist ein klas­si­sches 80-Mann-Orches­ter ein­fach mas­si­ver, lau­ter. Das Stück gewinnt aber in die­ser Fas­sung, die im übri­gen an kei­ner Stel­le nach „Bear­bei­tung“ klingt, son­dern ein­fach nur sehr durch­hör­bar, unge­heu­er viel vom Elan und der Ener­gie, ja sogar dem Witz zurück, den die Zeit­ge­nos­sen dem Stück zuschrie­ben und die im tra­di­tio­nel­len Orches­ter­be­trieb meis­tens auf der Stre­cke blei­ben.

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Man­che Stel­len sind beim ers­ten Hören gewöh­nungs­be­dürf­tig, wenn etwa der Beginn des Trau­er­mar­sches von nur einer Vio­li­ne gespielt wird, aber nach kur­zer Ein­ge­wöh­nungs­zeit ist man von der über­zeu­gen­den und packen­den Dar­stel­lung des Diri­gen­ten Peter Stan­gel wort­wört­lich gebannt. Man mag den CD-Play­er nicht aus­schal­ten, bevor nicht das gan­ze Stück vor­bei ist. Und wenn die 13 Musi­ker am Ende des Fina­les nicht nur auf-, son­dern bei­nah über­dre­hen und einen Hei­den­lärm in Es-Dur ver­an­stal­ten, dann ver­steht man, dass und war­um Beet­ho­ven ein revo­lu­tio­nä­rer Feu­er­kopf war.

Fazit: Alle Ach­tung! Die taschen­phil­har­mo­nie bie­tet einen wirk­lich neu­en, unver­brauch­ten Zugang zu die­sem bei­nah tot­ge­spiel­ten Werk, der unge­heu­er leben­dig ist und schlicht Spaß macht. Als Bonus gibt es am Ende der CD noch eine „Hör­aka­de­mie“, in der der Diri­gent Eini­ges zu Geschich­te und Auf­bau der Eroi­ca erklärt – und zwar mit Orches­ter und erfreu­lich unpäd­ago­gisch. Eine ech­te Ent­de­ckung! Man darf auf die nächs­te CD des klei­nen Sin­fo­nie­or­che­tsers gespannt sein.

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crescendo Redaktion
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