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Schon bevor Beethovens 9. Symphonie 1824 uraufgeführt wurde, hatte der Komponist Ideen für eine Zehnte aufgeschrieben. Vollenden konnte er diese bis zu seinem Tod 1827 aber nicht. Das haben Experten vom Salzburger Karajan-Institut jetzt mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) nachgeholt. Das Ergebnis wird am (heutigen) Samstag vom Beethoven Orchester Bonn unter der Leitung von Chefdirigent Dirk Kaftan uraufgeführt. Das Konzert im Forum der Telekom in Bonn wird ab 19:00 Uhr als kostenloser Livestream im Internet übertragen.

Noten der KI und Beethovens Skizze

Noten der KI und Beethovens Skizze

Aus Anlass des Beethoven-Jubiläums hatte die Telekom das Projekt im Frühjahr 2019 initiiert. Ein Team internationaler Musik- und KI-Experten unter der Leitung von Matthias Röder entwickelten eine „Beethoven-KI“, die den Stil des Komponisten „verstehen“ soll. Wissenschaftlich begleitet wurde das Unternehmen durch die Leiterin der Forschungsabteilung des Beethoven-Hauses, Christine Siegert.

Nach anfänglichen Rückschlägen – die ersten Vorschläge der KI hörten sich zu „modern“ an – tauchten bisher unentdeckte Angaben Beethovens zu seiner 10. Symphonie auf. Im Dezember klangen die Ergebnisse tatsächlich nach dem Komponisten. Im März 2020 wurde klar, dass die geplante Uraufführung im Beethoven-Jahr wegen der Corona-Pandemie verschoben werden muss. Die Experten nutzten die zusätzliche Zeit für eine grundlegende Erweiterung und ein neues Training der KI. Im Oktober instrumentierten Experten die Musik für das Orchester. Im Sommer 2021 wurde das Werk aufgenommen, nun folgt die Uraufführung.

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