News | 09.10.2021

Beethovens Zehnte mit Computer-Hilfe vollendet

von Redaktion Nachrichten

9. Oktober 2021

Schon bevor Beet­ho­vens 9. Sym­phonie 1824 urauf­ge­führt wurde, hatte der Kom­po­nist Ideen für eine Zehnte auf­ge­schrieben. Voll­enden konnte er diese bis zu seinem Tod 1827 aber nicht. Das haben Experten vom Salz­burger Karajan-Institut jetzt mit Hilfe von Künst­li­cher Intel­li­genz (KI) nach­ge­holt. Das Ergebnis wird am (heu­tigen) Samstag vom Beet­hoven Orchester unter der Lei­tung von Chef­di­ri­gent urauf­ge­führt. Das Kon­zert im Forum der Telekom in Bonn wird ab 19:00 Uhr als kos­ten­loser Live­stream im Internet übertragen.

Noten der KI und Beethovens Skizze

Noten der KI und Beet­ho­vens Skizze

Aus Anlass des Beet­hoven-Jubi­läums hatte die Telekom das Pro­jekt im Früh­jahr 2019 initi­iert. Ein Team inter­na­tio­naler Musik- und KI-Experten unter der Lei­tung von Mat­thias Röder ent­wi­ckelten eine „Beet­hoven-KI“, die den Stil des Kom­po­nisten „ver­stehen“ soll. Wis­sen­schaft­lich begleitet wurde das Unter­nehmen durch die Lei­terin der For­schungs­ab­tei­lung des Beet­hoven-Hauses, Chris­tine Siegert.

Nach anfäng­li­chen Rück­schlägen – die ersten Vor­schläge der KI hörten sich zu „modern“ an – tauchten bisher unent­deckte Angaben Beet­ho­vens zu seiner 10. Sym­phonie auf. Im Dezember klangen die Ergeb­nisse tat­säch­lich nach dem Kom­po­nisten. Im März 2020 wurde klar, dass die geplante Urauf­füh­rung im Beet­hoven-Jahr wegen der Corona-Pan­demie ver­schoben werden muss. Die Experten nutzten die zusätz­liche Zeit für eine grund­le­gende Erwei­te­rung und ein neues Trai­ning der KI. Im Oktober instru­men­tierten Experten die Musik für das Orchester. Im Sommer 2021 wurde das Werk auf­ge­nommen, nun folgt die Uraufführung.

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