Elver­s­kud (Erl­kö­nigs Toch­ter) gehört zur Grup­pe jener roman­ti­schen Kon­zert­stü­cke, die mit sehn­süch­ti­gen Tönen die unglück­li­che Begeg­nung von Men­schen mit Ele­men­tar­geis­tern oder ruhe­lo­sen Toten malen. Niels W. Gades von ihm mehr­fach ver­bes­ser­tes Opus steht auf glei­cher künst­le­ri­scher Höhe wie die Schö­ne Melu­si­ne Men­dels­sohns, des­sen Nach­fol­ger als Gewand­haus­ka­pell­meis­ter er war, oder Dvořáks Geis­ter­braut. Elver­s­kud wur­de 2006 in den natio­na­len Kanon des Däni­schen Kul­tur­mi­nis­te­ri­ums auf­ge­nom­men. Die hier betö­rend schön gesun­ge­ne Kan­ta­te von Herrn Oluf, der nach der Begeg­nung mit der dun­kel­haa­ri­gen Toch­ter des Erl­kö­nigs stirbt, ist ein beglü­ckend lyri­sches Ton­po­em, zumal wenn sie so stil­kun­dig aus­ge­führt wird wie von Con­cer­to Copen­ha­gen. Gades Fünf A‑cap­pel­la-Gesän­ge sind eine stim­mungs­vol­le Ergän­zung und zei­gen, dass es weit­aus mehr Berüh­rungs­punk­te zwi­schen Leip­zig und Edvard Grieg gibt als gemein­hin bekannt. 

Niels W. Gade: „Erl­kö­nigs Toch­ter“, Sophie Jun­ker, Ivon­ne Fuchs, Johan­nes Weis­ser, Danish Natio­nal Vocal Ensem­ble, Con­cer­to Copen­ha­gen, Lars Ulrik Mor­ten­sen (DaCa­po)

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Roland H. Dippel brennt für Kontraste im groß(artig)en wie im klein(formatig)en Musik-, Tanz- und Konzert-Theater. Auf Entdeckungsreisen zu idyllischen Nischen und verwegenen Momenten folgt er freudig apollinischen Verheißungen und dionysischen Lockrufen. Boulevard, Belcanto, Brauchtum, ästhetische Exzesse in Literatur und Kunst sind Ziele seiner realen und fiktiven Abenteuer-Streifzüge. Er schätzt greifbare Bücher mehr als E-Books.

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