Der Belcantotenor Benjamin Bernheim zeigt sein Können.

Vom lyrischen Belcantorepertoire bis hin zu Zwischenfachpartien des italienischen und französischen Fachs, gewürzt mit dem russischen Welt- und Liebesschmerz des Lenski und einer romantischen Rarität, Benjamin Godards Dante: Benjamin Bernheims Debüt-Rezital bei der Deutschen Grammophon profitiert davon, dass der bereits international bejubelte Tenor aus Paris seine Karriere klug und in gemessenem Tempo aufgebaut hat.

Freies, sicheres Strömen

In diesem Sinne setzt Benjamin Bernheim die Stimme überlegt und wortbezogen, aber mit Noblesse ein. Und sie lohnt es ihm mit durchwegs freiem, sicheren Strömen. Zugegeben, die Spitzentöne setzt Bernheim eher effektvoll als sublim, und beim Rigoletto-Duca verzichtet er auf Triller und Fiorituren. Doch das Timbre erinnert an den jungen Roberto Alagna und tönt auf aparte Weise perlmuttartig schattiert: eine schöne Visitenkarte, feinfühlig betreut von Emmanuel Villaume am Pult der Prague Philharmonia. 

Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi, Charles Gounod, Jules Massenet u.a.: Benjamin Bernheim, PKF-Prague Philharmonia, Emmanuel Villaume (DG / Universal)
www.jpd.de

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Walter Weidringer
Walter Weidringer lebt und arbeitet als Musikwissenschaftler, Journalist und Kritiker in Wien. Seit seiner Mittelschulzeit schreibt und spricht er über Musik und ihre Interpretation: in Büchern, Zeitungen, Zeitschriften, Programmheften, bei Vorträgen und im Radio. Fit hält er sich damit, beim Eintragen in die Datenbank seiner CD-Sammlung nie mehr als drei Laufmeter im Rückstand zu sein.

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