You’­re still young, that’s your fault / There’s so much you have to know“, sang Cat Ste­vens in Father and Son. Nicht bei Juli­an Prégardien, dem Sohn des gro­ßen lyri­schen Tenors. Bei gemein­sa­men Auf­nah­men wis­sen sie oft nicht, wer da gera­de singt, weil ihre Stimmtim­bres ein­an­der so ähneln. Auch Juli­an ist ein Meis­ter der Modu­la­ti­on, ver­fügt über unend­li­che Nuan­cen, um jeden Cha­rak­ter, jede Stim­mungs­ver­än­de­rung Vers für Vers aus­zu­lo­ten – Hein­rich Hei­nes fei­ne Iro­nie zwi­schen den Zei­len von Schu­manns opp.24 und 48. mit Momen­ten berüh­ren­der Schön­heit wie beim Vater. Juli­ans Inter­pre­ta­ti­on aller­dings geht von den Erkennt­nis­sen his­to­risch infor­mier­ter Pra­xis (Neu­aus­ga­be von Hansjörg Ewert) aus und sei­ner Intui­ti­on. „Wahr­schein­lich wür­de Schu­mann man­che mei­ner Ände­run­gen zurück­wei­sen. Ande­re wür­den ihn jedoch zum Grü­beln brin­gen, hof­fe ich“, schreibt er im Book­let. „Er hat eine sehr star­ke und glück­li­che Per­sön­lich­keit“, sagt der Vater.

Robert Schu­mann: „Dich­ter­lie­be“, Juli­an Pré­gar­di­en, Sand­ri­ne Piau, Éric Le Sage (Alpha)

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Teresa Pieschacón Raphael
„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

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