2010 wur­de Else Las­ker-Schü­lers im Jeru­sa­le­mer Exil ent­stan­de­nes Schau­spiel Ichun­dIch end­lich voll­stän­dig ver­öf­fent­licht. Als „enga­gier­te lite­ra­ri­sche Ges­te gegen die anti­se­mi­ti­sche Kriegs- und Ver­nich­tungs­na­ti­on Deutsch­land“ beschreibt der Her­aus­ge­ber das Werk. Die Dich­te­rin ima­gi­niert als Thea­ter im Thea­ter eine Alt­höl­le mit Faust und Mephis­to und stellt sie gegen die NS-Scher­gen Hit­ler und Himm­ler, die in einem Lava­strom unter­ge­hen, bis am Ende hin­ter einem Vor­hang Gott erscheint. Johan­nes Harn­eit (Foto oben: © Staats­oper Ham­burg) nimmt das bit­te­re, aus Frag­men­ten der vom NS-Regime zer­stör­ten Lite­ra­tur zusam­men­ge­bau­te Dra­ma zur Vor­la­ge für ein Musik­thea­ter­stück. Chris­ti­an von Tres­kow setzt es in der Rei­he ope­ra sta­bi­le in Sze­ne, wäh­rend Harn­eit selbst das Diri­gat über­nimmt. Gabrie­le Ross­ma­nith ver­kör­pert Else Las­ker-Schü­ler. Faust ist Dani­el Klu­ge. Und als Mephis­to tre­ten Mar­tin Sum­mer und Jóhan Kris­t­ins­son auf. 

Wei­te­re Auf­füh­run­gen: 6., 8., 10. und 12. Novem­ber 2019
Und Infor­ma­tio­nen: www.staatsoper-hamburg.de

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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