Die Deutsche Oper am Rhein hatte für diese Saison eine Neuinszenierung von Boris Blachers Oper Romeo und Julia auf dem Spielplan. Die Pandemie verhinderte die Premiere. Streams vermitteln Einblicke in die Probenarbeit mit Cornel Frey und Lavinia Dames in den Titelrollen. 

Boris Blacher komponierte seine Kammeroper Romeo und Julia in einer schwierigen Zeit. 1943 lebte er in Berlin, wo er als sogenannter Vierteljude gerade noch geduldet war und seine Tuberkulose, mit der er sich bei einer russischen Tänzerin angesteckt hatte, brach wieder aus. Umso beeindruckender ist die „leichte Hand“, die seine Komposition auszeichnet. 

Probenfoto an der Deutschen Oper am Rhein
Probenfoto zu Boris Blachers Oper „Romeo und Julia“ an der Deutschen Oper am Rhein

Seinem „style dépouillé“ (enthäuteten Stil) lag die Devise zugrunde, mit einem Minimum an Anstrengung ein Maximum an Effekt zu erreichen. Shakespeares Tragödie verdichtetet er auf das Schicksal der beiden Liebenden. Dabei kommt dem Chor, der das Liebesleiden kommentiert, eine wichtige Rolle zu. Manuel Schmitt setzt die Kammeroper unter der musikalischen Leitung von Christoph Stöcker mit Cornel Frey als Romeo und Lavinia Dames als Julia in Szene.

Einblicke in die Probenarbeit und Auszüge aus dem Programmheft unter: operamrhein.de

Foto Titelbild: Pia Clodi

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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