Im Joan Suther­land Thea­t­re des Syd­ney Ope­ra Houses erin­nert die Urauf­füh­rung der Oper „White­ley von Ele­na Kats-Cher­nin an Aus­tra­li­ens berühm­tes­ten Avant­gar­de-Künst­ler. Brett White­ley arbei­te­te in Lon­don und New York, wo er im legen­dä­ren Chel­sea Hotel wohn­te und mit Janis Jop­lin und Bob Dyl­an befreun­det war, ehe er sich in den 1970er-Jah­ren in Laven­der Bay am Hafen von Syd­ney nie­der­ließ. In die­sem Jahr wäre er 80 Jah­re alt gewor­den. Jus­tin Fle­ming beginnt sein Libret­to mit Brett und Wen­dy am Strand, eine Begeg­nung, die White­leys Leben und sei­ne Kunst ver­än­der­te. Wen­dy wur­de sei­ne Frau und Muse. Bekannt­heit erlang­te White­ley 1965 mit sei­nen Arbei­ten über den Lon­do­ner Seri­en­mör­der John Chris­tie. Er mal­te eine Rei­he von Bil­dern über die Mor­de in dem Bestre­ben, die Gewalt dar­zu­stel­len. Fle­ming bringt White­leys Aus­ein­an­der­set­zung mit den dunk­len Kräf­ten der See­le in sein Libret­to ein. Der Schluss­akt spielt in Wen­dys Zau­ber­gar­ten, den sie nach White­leys Dro­gen­tod im Alter von 53 Jah­ren auf einem ver­müll­ten Bahn­ge­län­de in Laven­der Bay anleg­te, um die Trau­er zu über­win­den. David Free­man bin­det White­leys Kunst­schaf­fen in sei­ne Insze­nie­rung ein und durch­misst auf zehn Bild­schir­men eine gro­ße Band­brei­te sei­nes Werks. White­ley wird von Leigh Mel­ro­se ver­kör­pert. Wen­dy ist Julie Lea Good­win. Und am Pult steht Tohu Mathe­son. Bis 30 Juli ist das Werk zu sehen. 

Das Foto zeigt das Gemäl­de „Selbst­por­trät im Stu­dio“ von Brett White­ley aus dem Jahr 1976 (©Wen­dy White­ley).

www.opera.org.au

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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