News | 29.10.2021

Bühnen­verein erwei­tert Verhal­tens­kodex – Neue Satzung

von Redaktion Nachrichten

29. Oktober 2021

Der Deutsche Bühnenverein hat seinen Verhaltenskodex erweitert, um weitere Diskriminierungsdimensionen zu adressieren. Die neue Satzung legt Schwerpunkte auf Geschlechtergerechtigkeit und neue Gruppenstrukturen. Der Bühnenverein sprach sich zudem für bundesweit einheitliche Maßgaben im Umgang mit der Corona-Pandemie aus.

Der Deut­sche Bühnen­verein hat seinen Werte­ba­sierten Verhal­tens­kodex erwei­tert. Während in der ersten Fassung von 2018 sexu­elle Über­griffe und Mach­miss­brauch im Fokus standen, adres­siert der neue Kodex weitere Dimen­sionen von Diskri­mi­nie­rung. „Dabei stehen sowohl die Träger und Gesell­schafter als auch die Leitungen der Häuser in der Verant­wor­tung“, sagte Bühnen­ver­eins-Präsi­dent am Freitag bei der Haupt­ver­samm­lung in .

Carsten Brosda

Carsten Brosda

Zudem hat der Verband eine neue Satzung verab­schiedet. Nachdem 2019 das Präsi­dium verdop­pelt und pari­tä­tisch besetzt wurde, legt die neue Satzung Schwer­punkte auf Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit in Gremien und auf neue Grup­pen­struk­turen, die der Praxis an Thea­tern und Orches­tern besser entspre­chen sollen.

„Vor dem Hinter­grund der gesell­schaft­li­chen Debatten haben wir 2018 einen Kultur­wandel ange­stoßen und mit der Grün­dung der Vertrau­ens­stelle Themis, dem ersten Werte­ba­sierten Verhal­tens­kodex und dem Beschluss zu geschlech­ter­pa­ri­tä­ti­scher Gremi­en­be­set­zung einen Prozess der Verän­de­rung im Bühnen­verein und in den Häusern in Gang gesetzt“, sagte der Direktor des Bühnen­ver­eins, Marc Grand­mon­tagne. Dabei sei von Anfang klar gewesen, dass echte Verän­de­rungen nur gemeinsam mit den Trägern zu errei­chen sind. Mit den jetzt beschlos­senen Vorhaben gehe man diesen Weg konse­quent weiter.

Hinsicht­lich der Corona-Pandemie sprach sich der Bühnen­verein für bundes­weit einheit­liche Maßgaben aus. Zwischen den Bundes­län­dern herrschten große Unter­schiede bei den Hygie­ne­maß­nahmen. Höchste Prio­rität habe, das Anste­ckungs­ri­siko für Besu­cher und Thea­ter­schaf­fende so gering wie möglich zu halten, um einen reibungs­losen Betriebs­ab­lauf gewähr­leisten zu können.

„Es ist wichtig, dass die Theater, Orchester und Festi­vals sicher planen können und verläss­liche Rahmen­be­din­gungen haben – sowohl mit Blick auf die aktu­elle Coro­nalage als auch in der Zeit danach“, erklärte Brosda. Das gelte vor allem auch für den Umgang mit 2G- und 3G-Regeln. Am meisten sei der Kultur geholfen, „wenn sich möglichst viele impfen lassen“, betonte er.

Der Deut­sche Bühnen­verein mit Sitz in wurde 1846 in gegründet. Er hat insge­samt 465 Mitglieder, darunter 210 Theater und 31 selbst­stän­dige Sinfo­nie­or­chester. Der Verein thema­ti­siert alle künst­le­ri­schen, orga­ni­sa­to­ri­schen und kultur­po­li­ti­schen Fragen, die die Theater und Orchester betreffen. Als Arbeit­ge­ber­ver­band schließt der Bühnen­verein für das künst­le­ri­sche Personal der Theater und Orchester Tarif­ver­träge mit verschie­denen Gewerk­schaften ab.

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