Der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda ist neuer Präsident des Deutschen Bühnenvereins. Die Mitglieder ernannten den 46-Jährigen mit großer Mehrheit, teilte der Bühnenverein bei der Jahreshauptversammlung am Samstag in Hannover mit. Die Wahl erfolgte zuvor per Brief. Brosda folgt auf Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters Berlin, der das Ehrenamt nach einer Amtszeit abgegeben hat.

Carsten Brosda

Carsten Brosda

Der Geschäftsführende Direktor, Marc Grandmontagne, gratulierte dem neuen Präsidenten zur Wahl. „Es wird zukünftig noch wichtiger sein, eine kräftige und mutige Kulturpolitik an der Seite zu haben, mit der wir in dieser schwierigen Zeit die Zukunft der Theater und Orchester gestalten können“, sagte er. „Mit Carsten Brosda einen Kenner der Szene und kompetenten Kulturpolitiker als Präsidenten zu haben, ist eine große Chance für den Bühnenverein.“

Brosda erklärte, er wolle in den nächsten Jahren ein stärkeres Bewusstsein für die gesellschaftliche Notwendigkeit von Theatern und Orchestern schaffen und sie vermehrt ins Zentrum kulturpolitischer Aufmerksamkeit rücken. „Kulturorte sind Orte der Sinnsuche und der Erkenntnis und deswegen gerade in Zeiten wie diesen wichtig für unsere freie, offene und demokratische Gesellschaft“, sagte er. Diese so elementaren Orte gerieten derzeit durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie in besonderer Weise unter Druck. „Es wird eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre sein, sie zu bewahren und ihre gesellschaftliche Bedeutung zu festigen.“ Hier habe Khuon dem Bühnenverein eine überzeugende und unüberhörbare Stimme gegeben, die er als Präsident weiter stärken wolle, betonte Brosda.

Die ursprünglich für Juni in Münster und dann für November in Hannover geplante Jahreshauptversammlung fand zum ersten Mal digital und in stark verkürzter Form statt. Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Theater- und Orchesterlandschaft ging es unter anderem um die Arbeit der Themis-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt. Der Bühnenverein als Mitgründer setze sich für den Fortbestand der Vertrauensstelle ein, deren Finanzierung bis Mitte 2021 durch Bundesmittel gesichert ist.

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