Die Affi­ni­tät zur mensch­li­chen Stim­me, die dem Vio­lon­cel­lo ger­ne zuge­schrie­ben wird, ist offen­kun­dig. Wenn es um das Streichins­trument geht, ist so gut wie immer vom „Sin­gen“ die Rede: von einem sin­gen­den Ton­fall, einem sang­li­chen Spiel womög­lich oder wie gesun­gen anmu­ten­den Kan­ti­le­nen, die das Cel­lo zu spie­len hat. Die Idee, Lie­der auf dem Cel­lo zu spie­len, liegt des­halb nicht all­zu fern, eben­so wie jene, das Kla­vier durch eine Gitar­re zu erset­zen. Zumin­dest im Fal­le von Franz Schu­bert, des­sen Vor­lie­be für die­ses Instru­ment nicht zuletzt im Rah­men der Schu­ber­tia­den ver­brieft ist. Hier funk­tio­niert das bes­tens. Anja Lech­ner und Pablo Már­quez spie­len Lie­der und ande­re Wer­ke Schu­berts – u. a. die Arpeg­gio­ne-Sona­te – so, als wären sie für die­se Beset­zung geschrie­ben wor­den. Ein net­tes Aper­çu sind drei Noc­turnes ­des Schu­bert-Zeit­ge­nos­sen Fried­rich Burg­mül­ler.

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Guido Krawinkel
Guido Krawinkel schreibt über alles, was mit Musik zu tun hat. Dem Studium der Musikwissenschaften in Bonn folgten Tätigkeiten in der Tonträgerbranche, beim Radio und im Verlagswesen sowie eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. Als freier Journalist arbeitet Guido Krawinkel für Zeitungen, Zeitschriften und Konzerthäuser, schreibt Rezensionen, CD-Booklets und Programmeinführungen und ist Mitglied in der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Der begeisterte Chorsänger hält es mit Loriot: Ein Leben ohne Chor ist möglich, aber sinnlos.

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