Die Württembergische Philharmonie Reutlingen (WPR) verliert ihren Chefdirigenten. Fawzi Haimor habe seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung erklärt, teilte das Orchester am Donnerstag mit. Der 37-Jährige begründete seinen Schritt mit der weltweiten Corona-Pandemie und der ihm dadurch auferlegten Zwangspause. „Es war mir in den letzten drei Jahren immer die größte Freude, mit der WPR zu arbeiten“, erklärte Haimor. In der Pandemiesituation sei sein Abschied „für das Fortkommen und die Vorausplanung des Orchesters das Beste“.

Fawzi Haimor

Fawzi Haimor

Der in Chicago geborene Dirigent mit Wurzeln im Mittleren Osten und den Philippinen hatte im September 2017 die Nachfolge des Schweden Ola Rudner angetreten. Er wurde zunächst mit einem Vertrag bis Ende der Saison 2020/21 ausgestattet, der ein Jahr später bis Sommer 2024 verlängert wurde.

WPR-Intendant Cornelius Grube bedauerte den Weggang des Chefdirigenten. Haimor sei ein ausgesprochener Sympathieträger für das Orchester, der sowohl die Orchestermitglieder als auch das Publikum von Beginn an für sich eingenommen habe. „Wir verstehen aber auch, dass er seinen Lebensmittelpunkt gerade in diesen pandemiegeplagten Zeiten nahe bei seiner Familie sieht, um deren Gesundheit er sich sorgt“, sagte Grube. Nach der Coronakrise wolle man Haimor ein nachträgliches Abschiedskonzert ermöglichen und ihn weiterhin als Gastdirigenten begrüßen.

Die kommende Spielzeit will die Württembergische Philharmonie zunächst mit Gastdirigenten bestreiten. Dabei sollen auch aussichtsreiche Kandidaten für den Chefdirigentenposten eingeladen werden.

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