Christoph Koncz spielt mit Les Musiciens du Louvre auf Mozarts Konzertgeige dessen Violinkonzerte. 

Eine neue Einspielung der Violinkonzerte Mozarts sollte heutzutage, zumindest aus Marketingsicht, schon einen besonderen Aufhänger haben. Insbesondere wenn man vom Solisten außerhalb Wiens, wo er Konzertmeisterdienst bei den Philharmonikern schiebt, noch nie etwas gehört hat. Hier ist es das Instrument, das der Star sein soll: Mozarts eigene Konzertgeige, vom Museumsstaub befreit und wieder fitgefiedelt. Nicht, dass es auf das Instrument jenseits der PR ankommt, selbst wenn es die schönstklingende Guarneri wäre. 

Unauffällig-elegante Kadenzen

Gottseidank wird hier viel mehr geboten, als eine unscheinbare Barockgeige mit einem berühmten toten Vorbesitzer: nämlich Unterhaltung! Die Musiciens du Louvre bilden die flott-federnde, graziöse, aber weder preziöse noch hastende Grundlage zum Erfolg. Christoph Koncz spielt die musikalisch sehr, technisch weniger anspruchsvollen Konzerte erfrischend attitüdenfrei, ohne Glacéhandschuhe und mit unauffällig-eleganten Kadenzen eigener Hand. Neben Frank Peter Zimmermanns seeligmachend-stimmiger- und Henning Kraggeruds hochvirtuoser Einspielung ist das wohl eine der gelungensten Interpretationen der letzten Jahre.

„Mozart’s violin”, Christoph Koncz, Les Musiciens du Louvre (Sony)