Das Bayerische Staatsballett zeigt Christopher Wheeldons Choreografie Cinderella (Aschenbrödel) zur Musik von Sergej Prokofjew. Die Premiere ist am 19. November 2021. 

Christopher Wheeldon fühlt sich von den großen klassischen Balletten angezogen. Und Prokofjew wünschte sich Cinderella in der Tradition der alten klassischen Ballette „so tänzerisch wie möglich“. Er hatte bereits 1940 mit der Arbeit daran begonnen. Der Krieg jedoch verhinderte eine zügige Fertigstellung. So kam das Ballett nach einem Libretto von Nikolai Wolkov erst 1945 auf die Bühne und entsprach angesichts der Schrecklichkeiten des Krieges den Träumen der Menschen von einem Sieg des Guten.

Szenenfoto vom Ballett Cinderella von Christopher Weehldon
Aschenbrödel im goldenen Kleid auf dem Ball
(Foto: © Altin Kaftira)

Prokofjew charakterisierte Aschenbrödel in der Musik durch drei Themen: „Das erste Thema schildert das gekränkte Aschenbrödel, das zweite – Aschenbrödel schlicht und verträumt, und das dritte, breit ausholende Thema – Aschenbrödel als verliebtes und glückliches Mädchen.“ Er wollte es von der Unterdrückung zum freudigen Bewusstsein der Kraft seiner Liebe zeigen.

Szenenfoto zum Ballett Cinderella von Christopher Wheeldon
Aschenbrödel und der Prinz
(Foto: © Marc Haegeman)

Wheeldon erarbeitete mit dem Dramatiker Craig Lucas ein eigenes Libretto. Er wünschte sich von Anfang an ein starkes und selbstbewusstes Aschenbrödel. Es sollte den Prinzen bekommen, weil es seine Mutter in Erinnerung behielt und ihr Andenken ehrte, im Gegensatz zum Vater. Diesen zeigt Wheeldon als einen vom Tod seiner Frau gebrochenen Mann. Erst am Ende findet er die Kraft, sich für seine Tochter einzusetzen. Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters steht Gavin Sutherland.

Informationen zu den weiteren Aufführungen von Christopher Wheeldons Cinderella am Münchner Nationaltheater am 21. und 25. November 2021, am 3., 12. und 26. Dezember 2021, am 1. und 5. März 2022, am 2. und 3. April 2022 sowie am 13. Juli 2022 unter: www.staatsoper.de/staatsballett

Fotos: Altin Kaftira

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Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Dr. Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Dr. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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