Grandioser Fabulierer

Daniel Hope

Mozart als Tableau vivant. Hope spielt nicht, er malt. Einem Ver­meer gleich setzt er Licht­punk­te, die dem Ver­trau­ten das Unver­trau­te zurück­schen­ken. Wo bei ande­ren Inter­pre­ta­tio­nen Mozarts in der Rou­ti­ne all­zu häu­fi­ger Wie­der­ho­lung alle Far­ben­flut ver­ebbt, zau­bert Hope unge­ahn­te Nuan­cen. Als bril­lan­ter Fabu­lie­rer begibt er sich im Zwie­ge­spräch mit dem kon­ge­nia­len Zür­cher Kam­mer­or­ches­ter auf wun­der­sa­me Rei­se zu Mozarts Drit­tem Vio­lin­kon­zert. Es ist eine Rei­se durch die Zeit, die – neben Gluck, Salo­mon und Mys­li­veček – Mozart das gleich­falls ari­en­haf­te Vio­lin­kon­zert Hob. VIIa:4 Haydns gegen­über­stellt. Wis­send, dass Mozarts letz­tes Vio­lin­kon­zert KV 219 in ein Alla tur­ca mün­det, wird das Alla tur­ca sei­ner Kla­vier­so­na­te in der Bear­bei­tung für Vio­li­ne zur per­fek­ten Zuga­be die­ses Albums. Hope ist in sei­ner fluo­res­zie­ren­der Leich­tig­keit ein­fach gran­di­os!

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Was hat John Wayne mit den Muppets und Groucho Marx gemeinsam? Für crescendo begibt sich Stefan Sell immer wieder auf die Suche nach verblüffenden Zusammenhängen. Überraschende Verbindungen bringt Sell auch als Konzertgitarrist auf die Bühne. In Programmen wie Don Quijote trifft Hamlet vereint er virtuoses Saitenspiel mit humorvollen Anekdoten und entstaubt die Weltliteratur. Seine langjährige Arbeit als Herausgeber und Autor beim Schott-Verlag wurde mit dem Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ ausgezeichnet.

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