Daniil Trifonov veröffentlicht ein Album mit Klavierkompositionen und Transkriptionen der Bach-Familie. 

Mit „The Art of Life“ hat Daniil Trifonov sein persönliches Bach-Album zusammengestellt, das nicht mit Johann Sebastian beginnt, sondern in dramatisch wunderbar sinnfälliger Weise mit seinen Söhnen: sonnig Johann Christian, tief melancholisch Wilhelm Friedemann, zugespitzt aberwitzig Carl Philipp Emmanuel. Es folgt eine zauberhafte Exkursion durch das Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, die alle Klavierspielenden an ihre Jugendzeit erinnern dürfte, von Trifonov hinreißend musikalisch erfasst.

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Daniil Trifonov spielt Contrapunctus 14, BWV 1080, 19 aus Johann Sebastian Bachs Die Kunst der Fuge. Er ist fasziniert von Bachs Versuchen, mit Fibonacci-Folgen zu arbeiten, also einer Folge von Zahlen, bei der die folgende Zahl sich jeweils aus der Summe der beiden vorangehenden ergibt.

Nun wird es ernst: zuerst die Solo-Violin-Chaconne in der Brahms-Transkription, dann die Kunst der Fuge, deren finalen Kontrapunkt Trifonov in quasi-improvisando-Manier zu einem luziden Ende führt – nicht so bezwingend wie Tovey, Pillney oder Aho, doch verführerisch impressionistisch gewoben. Seine meist zügigen Tempi in der Kunst der Fuge entwerfen einen lebensfreudigen Gegensatz zur transzendentalen Einspielung seines Landsmanns Anton Batagov. Den innigen Abschluss bildet das Choralvorspiel Jesus bleibet meine Freude in der Myra-Hess-Fassung.

Johann Sebastian Bach: „The Art of Life”, Daniil Trifonov (Deutsche Grammophon)

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