Willkommen zur neuen Klassik-Woche,

die­ses Mal mit einem inter­nen Brief der Salz­bur­ger Fest­spie­le, den all­ge­mei­nen Schwä­chen der Kul­tur­po­li­ti­ker und der Fra­ge: Sind wir in die­sen Tagen beson­ders moti­viert – oder gera­de nicht? Auf­grund der zahl­rei­chen Rück­mel­dun­gen fällt der News­let­ter die­ses Mal ein wenig län­ger aus – nächs­tes Mal wie­der in gewohn­ter Kür­ze.

KRISE DER KULTURPOLITIK

Sel­ten gab es absur­de­re Pres­se­kon­fe­ren­zen, als die­se von Öster­reichs Vize­kanz­ler und Kul­tur­mi­nis­ter Wer­ner Kog­ler und Kul­tur­staats­se­kre­tä­rin Ulri­ke Lun­acek.

ANZEIGE



Inzwi­schen ist es unüber­seh­bar: Die Kul­tur scheint aus poli­ti­scher Per­spek­ti­ve irrele­vant für das Sys­tem zu sein – und die klas­si­sche Musik schon über­haupt. Weder in der Anspra­che von Ange­la Mer­kel, noch von Mar­kus Söder fiel das Wort Kul­tur – was Bern­hard Neu­hoff beim Baye­ri­schen Rund­funk zu Recht auf die Pal­me gebracht hat. Das Ver­sa­gen von Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Moni­ka Grüt­ters haben wir bereits in den letz­ten News­let­tern hin­rei­chend bespro­chen (und tun das in den News wei­ter unten erneut). Öster­reich hat die Chan­ce, es bes­ser zu machen, lei­der auch ver­tan. Der grü­ne Vize­kanz­ler und Kul­tur­mi­nis­ter Wer­ner Kog­ler und die grü­ne Kul­tur­staats­se­kre­tä­rin Ulri­ke Lun­acek haben eine eige­ne Pres­se­kon­fe­renz zu den wei­te­ren Maß­nah­men abge­hal­ten. Die war an Pein­lich­keit lei­der nicht zu über­bie­ten. Am Ende haben bei­de nur eines unter Beweis gestellt, dass sie von der prak­ti­schen Arbeit an Thea­tern, in Kon­zert­sä­len und in Fern­seh­pro­duk­tio­nen ein­fach kei­ne Ahnung haben. Groß­ver­an­stal­tun­gen, bei denen „vie­le Men­schen ste­hen“, sei­en bis min­des­tens 31. August ver­bo­ten, alles Wei­te­re wür­de bis Mit­te Mai ent­schie­den: auch die Mög­lich­keit von Som­mer­fes­ti­vals. Es hät­te gereicht, wenn Kanz­ler Sebas­ti­an Kurz zuvor ein­fach ange­kün­digt hät­te, dass wei­te­re Maß­nah­men für die Kul­tur Mit­te Mai bekannt­ge­ge­ben wür­den. Im Netz sorg­te die Pres­se­kon­fe­renz indes für Unver­ständ­nis und Hohn. Tenor Micha­el Scha­de ver­kün­de­te live auf Face­book: dass er nun wohl Som­mer­fe­ri­en habe, auch die Sopra­nis­tin Danie­la Fal­ly stimm­te in den Hohn ein und scherz­te über Lie­bes­sze­nen mit Mund­schutz – am Lus­tigs­ten der Diri­gent Micha­el Gütt­ler, der ankün­dig­te, einen Tauch­kurs zu bele­gen, um von Mit­te Mai an diri­gie­ren zu kön­nen, ohne zu atmen. Ach ja, mei­nen Kom­men­tar zu die­sem PR-Desas­ter für den Sen­der Puls24 gibt es hier. Das wirk­lich Tra­gi­sche ist, dass aus­ge­rech­net die Kul­tur­na­tio­nen Deutsch­land und Öster­reich, wo sich Poli­ti­ker ansons­ten gern im Licht von Künst­lern und Musi­kern son­nen, ihre Künst­ler nun finan­zi­ell weit­ge­hend allein las­sen und nicht ein­mal mit war­men Wor­ten wür­di­gen.

DER SALZBURGER SONDERWEG

Will die 100. Salz­bur­ger Fest­spie­le unbe­dingt irgend­wie statt­fin­den las­sen: Hel­ga Rabl-Stad­ler

Dass die Pres­se­kon­fe­renz von Vize­kanz­ler und Kul­tur­mi­nis­ter Wer­ner Kog­ler und Kul­tur­staats­se­kre­tä­rin Ulri­ke Lun­acek in Wien so beschä­mend war, könn­te auch am Druck der Salz­bur­ger Fest­spie­le gele­gen haben, nament­lich an Prä­si­den­tin Hel­ga Rabl-Stad­ler und Lan­des­haupt­mann Wil­fried Has­lau­er. Sie schei­nen die 100. Jubi­lä­ums­fest­spie­le unbe­dingt bege­hen zu wol­len – wie auch immer. In einem inter­nen Schrei­ben an die Mit­ar­bei­ter hieß es trot­zig: „Wir blei­ben bei unse­rem Stu­fen­plan und fäl­len die Ent­schei­dung (…) im Mai.“ Expli­zit wird der Salz­bur­ger Lan­des­haupt­mann zitiert, der natür­lich auf die Tou­ris­mus-Indus­trie schielt: „Inter­es­sant ist in die­sem Zusam­men­hang auch eine Zahl, die uns Lan­des­haupt­mann Has­lau­er heu­te genannt hat. Noch am 20. März, also nicht ein­mal vor einem Monat, hat sich die Zahl der Infi­zier­ten inner­halb von 12,5 Tagen ver­dop­pelt. Jetzt ist die­se Zahl auf sen­sa­tio­nel­le 192 Tage gestie­gen.“ Und dann ist sich die Fest­spiel­lei­tung nicht zu scha­de, das Aus­brem­sen die­ses Opti­mis­mus nach Deutsch­land zu ver­schie­ben: „Grund zu Pes­si­mis­mus aller­dings gibt die Ansa­ge von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel, dass in Deutsch­land Groß­ver­an­stal­tun­gen bis 31. August ver­bo­ten sind.“ Die­ser von Hel­ga Rabl-Stad­ler, Mar­kus Hin­ter­häu­ser und Lukas Crepaz unter­zeich­ne­te, inter­ne Brief, lässt uns mit aller­hand Fra­gen zurück: Wie stellt Salz­burg sich das alles vor? Über 2000 Men­schen in der Fel­sen­reit­schu­le, auf der Büh­ne der Elek­tra-Wahn­sinn, die Don Gio­van­ni-Lie­be und Rache-Sze­nen der Tos­ca? Woher sol­len die Sän­ger, woher das Publi­kum kom­men? Ich will nicht in die Sup­pe spu­cken und bin für Opti­mis­mus: Aber machen wir uns nichts vor: Die Wie­ner Pres­se­kon­fe­renz und die Hoff­nung in Salz­burg sind nichts ande­res, als Ver­zö­ge­rungs­tak­ti­ken. Viel­leicht wäre die Ener­gie bes­ser genutzt, sich jetzt gro­ße und span­nen­de digi­ta­le Alter­na­ti­ven aus­zu­den­ken. Ich per­sön­lich habe von ver­schie­de­nen Salz­burg-Künst­lern gehört, dass sie schon lan­ge nicht mehr an den Fest­spiel­som­mer glau­ben, und auch Eli­sa­beth Sobot­ka von den Bre­gen­zer Fest­spie­len soll bei Künst­lern bereits eru­iert haben, wie man mit einer Absa­ge umge­hen könn­te. Künst­ler brau­chen kei­ne Her­aus­zö­ge­rungs­tak­ti­ken, son­dern Klar­heit und Ehr­lich­keit – das ist das Ein­zi­ge, was Per­spek­ti­ven eröff­net.     

————————————————————

Eine Auswahl der über 900 Klassiklabels aus der Naxos Music Library

PremiumHören-Playlist der Woche:
#stayathome und hörKlassik Folge3

Die Lei­ten­de CRE­SCEN­DO-Redak­teu­rin Maria Goe­th hat ihre Play­list für die­se Zei­ten zusam­men­ge­stellt.
Kos­ten­frei und unver­bind­lich in Pre­mi­um­qua­li­tät hören. Wir wol­len Ihnen ein­fach eine Freu­de machen. Hier kön­nen Sie sich regis­trie­ren

————————————————————

CORONA-NEWS

Ein Opern­spaß in unlus­ti­gen Zei­ten: die Quar­an­flö­te mit René Pape

Lisa Batia­sh­vi­li, Tho­mas Hen­gel­brock, Anne-Sophie Mut­ter, René Pape und Chris­ti­an Thie­le­mann mel­den auf Initia­ti­ve von Mat­thi­as Goe­r­ne Zwei­fel an Kul­tur­staats­se­kre­tä­rin Moni­ka Grüt­ters an und for­dern sie in einem offe­nen Brief auf „dass Sie (Grüt­ters) sich zumin­dest für adäqua­te Aus­fall­ho­no­ra­re durch die staat­lich sub­ven­tio­nier­ten Insti­tu­tio­nen, Thea­ter, Opern­häu­ser, Orches­ter, Kon­zert­hal­len, und die öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk­an­stal­ten ein­set­zen und ein akzep­ta­bles Resul­tat erzie­len (soll).“ Das Erschre­cken­de sind die Leser­kom­men­ta­re, u.a. auf der Sei­te der WELT. In der Mehr­zahl mit der Ten­denz, dass Klas­sik-Künst­lern staat­li­che Hil­fe ver­wehrt blei­ben soll­te – eini­ge Leser regen sogar an, dass Musi­ker in die­sen Tagen Spar­gel ste­chen soll­ten. Ein ernüch­tern­der Ein­blick in die Welt jen­seits unse­rer Klas­sik-Echo­kam­mer. Und viel­leicht auch ein Ansatz für Nach-Coro­na-Zei­ten, die eige­ne Igno­ranz gegen­über dem nicht klas­si­kaf­fi­nen Publi­kum, das unse­re Kunst immer­hin mit­sub­ven­tio­niert, selbst­kri­tisch zu über­prü­fen. Es ist ehren­wert, wich­tig und gut, dass „gro­ße Künst­ler“ sich für die Belan­ge der „klei­nen Künst­ler“ ein­set­zen. Fakt ist aber auch, dass in guten Zei­ten nicht jeder der „gro­ßen Künst­ler“ auch glaub­haft danach gehan­delt hat. Und noch etwas wird nun offen­bar: Klas­sik ist aus den popu­lä­ren Medi­en, etwa den Haupt­pro­gram­men des Fern­se­hens, ver­schwun­den – was ihr einen Groß­teil der brei­ten Basis raubt. +++ Nach­dem der ORF die Akti­on „Wir spie­len für Öster­reich“ ins Leben geru­fen hat, plant die MET in New York am 25. April die gro­ße Opern-Sau­se: Mit Stars wie Anna Netreb­ko und Jonas Kauf­mann will die renom­mier­te New Yor­ker Metro­po­li­tan Oper in der Coro­na-Kri­se eine vir­tu­el­le Gala orga­ni­sie­ren, die um 19.00 Uhr MESZ kos­ten­los im Inter­net zu sehen sein wird. +++ Es sind nicht nur die gro­ßen Opern­häu­ser, die digi­tal auf­rüs­ten – auch in Hal­le wird ein Spiel­plan für das Netz prä­sen­tiert. +++ Was der desi­gnier­te Direk­tor der Wie­ner Staats­oper, Bog­dan Roščić, für die nächs­te Sai­son plant, wird am 26. April in einer Sen­dung auf ORF III prä­sen­tiert. +++ Hörens­wert: der Pod­cast von Ire­ne Kur­ka, die die­ses Mal mit Lui­se Enzi­an dar­über redet, wie die Musi­ke­rin einen Antrag beim Arbeits­amt gestellt hat. +++ Unbe­dingt anschau­en: die „Quar­an­flö­te“ mit René Pape, Camil­la Nylund und Klaus Flo­ri­an Vogt vor dem Bade­zim­mer­spie­gel. +++ Die Münch­ner Opern­fest­spie­le sind inzwi­schen eben­falls abge­sagt

WAS WAR DENN DAS, VLADIMIR BALZER

Eine Coro­na-Kli­nik in Ber­ga­mo – viel­leicht soll­ten wir nach die­sen Bil­dern noch ein­mal über die rasche Öff­nung der Thea­ter nach­den­ken.

Ich mag den Deutsch­land­funk, auch wenn ich den Kri­ti­ker-Duk­tus manch­mal all­zu beleh­rend und all­zu all­wis­send, etwas zu kul­tur­zy­nisch emp­fin­de. Ich weiß, dass Mei­nungs­viel­falt auch – und gera­de – in Zei­ten wie die­sen wich­tig ist. Auch des­halb ist es wich­tig, über Mei­nun­gen zu strei­ten, wes­halb ich hier nun – nach eini­gen Abwä­gun­gen – schrei­be, dass der Mode­ra­tor Vla­di­mir Bal­zer für mich ein Bei­spiel die­ser Kul­tur-Arro­ganz gelie­fert hat. In einem Kom­men­tar erklär­te er, dass die sofor­ti­ge Öff­nung von Thea­tern und Opern­häu­sern nötig und nur eine Fra­ge der Orga­ni­sa­ti­on sei. So wie Auto­häu­ser, Bau­märk­te oder Züge sei­en Thea­ter „Orte der Begeg­nung“, argu­men­tiert Bal­zer und wirbt dafür, das Live-Erleb­nis Thea­ter zuzu­las­sen – weil es uns, im Gegen­satz zum Kul­tur-Erleb­nis vor dem Fern­se­her oder am Han­dy, zwingt zuzu­hö­ren: „So ein­fach kommt man nicht aus sei­ner Sitz­rei­he, gera­de wenn man in der Mit­te sitzt! Flucht schwer gemacht. Da ist da und live ist live, das gibt es kein Par­don.“ – Eben, Vla­di­mir Bal­zer, auch dann nicht, wenn der eine neben dem ande­ren plötz­lich zu hus­ten beginnt. Wie welt­ab­ge­wandt, zynisch und ver­blen­det muss man eigent­lich sein, wenn man die sofor­ti­ge Öff­nung der Thea­ter mit fol­gen­den Wor­ten pro­pa­giert: „Ich möch­te wie­der nach der Auf­füh­rung mit Freun­den ein paar Glä­ser Ries­ling trin­ken. In einer Bar. Ganz nah bei­ein­an­der ste­hend. Danach bei der Ver­ab­schie­dung mit ihnen in den Armen lie­gen.“ Herr Bal­zer: Das wol­len wir alle! Aber wer Beet­ho­ven hört, kann der­zeit nicht mehr nur an sei­nen Ries­ling und die Thea­ter den­ken. Er schaut auch nach Ita­li­en, Frank­reich, Spa­ni­en oder nach New York – freut sich über leich­te Locke­run­gen und ist gespannt, was das Ergeb­nis in zwei Wochen zeigt. Er spürt dann so etwas wie Mit­mensch­lich­keit oder Ver­ant­wor­tung. Viel­leicht haben Sie kei­ne Eltern mehr, kei­ne Groß­el­tern – viel­leicht ist die Live-Kul­tur der ein­zi­ge Sinn Ihres Lebens. Aber, lie­ber Vla­di­mir Bal­zer, die Kunst ist nicht für gelang­weil­te Prenz­lau­er-Berg Feuil­le­to­nis­ten erfun­den wor­den, nicht für den gelang­weil­ten Feuil­le­ton-Jet-Set! Zu argu­men­tie­ren, dass Auf­füh­run­gen „kei­ne net­te Bei­ga­be“ sei­en, son­dern „Teil unse­rer huma­nis­ti­schen DNA. Wenn bis zum Ende die­ser Sai­son nichts mehr läuft, dann ist das ein Desas­ter für die Büh­nen und es ist ein Desas­ter für uns“, stimmt das natür­lich – aber lie­ber Herr Bal­zer, Sinn der Kul­tur ist auch das Erler­nen von Mit­mensch­lich­keit und von Gemein­sinn. Ich jeden­falls bin froh, dass Feuil­le­ton­leu­te wie Sie oder ich nicht ver­ant­wort­lich für die Orga­ni­sa­ti­on einer Kri­se sind. Lie­ber Vla­di­mir Bal­zer, trin­ken wir ein­fach einen Ries­ling, wenn all das end­lich vor­bei ist.

NEUE VERWERTUNGSKETTEN FÜR STREAMING

Die Reak­tio­nen auf unse­ren letz­ten News­let­ter waren groß – beson­ders, was das The­ma Streams betrifft. Kos­ten­los strea­men in Zei­ten von Coro­na? Ich habe die­se Fra­ge noch ein­mal mit Hol­ger Nolt­ze, Pro­fes­sor für Musik­jour­na­lis­mus und Erfin­der der Platt­form takt1, bespro­chen.

UND WIE GEHT ES EUCH SO?

Üben ja, aber nicht täg­lich“, ant­wor­te­te die Sän­ge­rin Eleo­no­re Mar­guer­re auf unse­re Fra­ge, „dafür aber ein­fach mal wie­der Par­tien just for fun durch­sin­gen. Mei­ne Moti­va­ti­on ist vor allem das sport­li­che ‚Dran­blei­ben‘ und Fit­blei­ben. Statt­des­sen dann eben Gra­fi­ken bas­teln…“ – und das hier ist das Ergeb­nis.

Eigent­lich ging es mir nur dar­um, den Fin­ger in die Luft zu hal­ten und ein biss­chen die Stim­mung zu schnup­pern. Weil ich an mir sel­ber mer­ke: Nach der Schock­star­re kam die Pha­se der Ideen – und nun beginnt der müh­sa­me Weg, das Erdach­te in die Welt zu brin­gen. Des­halb habe ich auf mei­ner Face­book-Sei­te gefragt: „WIE IST DAS BEI EUCH MUSIKERN? Übt Ihr gera­de mehr (weil mehr Zeit) oder weni­ger (weil kein Ziel und kei­ne Moti­va­ti­on)? – Wie moti­viert Ihr Euch? Was hat sich beim Üben ver­än­dert?“ In weni­ger als einem Tag kamen 70 Kom­men­ta­re – und ich habe beschlos­sen, alle Stim­men (pfei­fen wir auf die Län­ge!) am Ende zu Wort kom­men zu las­sen. Denn alle Ant­wor­ten zusam­men spie­geln die Situa­ti­on der Kul­tur: Unsi­cher­heit, Neu­gier, Läh­mung, Taten­drang – die Indi­vi­dua­li­tät des Ein­zel­nen. Viel­leicht fasst Tenor Micha­el Scha­de es am bes­ten zusam­men: „Bleibt BITTE moti­viert Freun­de und JA stu­diert.“ Und hier nun die Ant­wor­ten der Künst­ler (wer mehr über sie wis­sen will – ich habe die Namen mit den Web­sites ver­linkt):

Check the Gate auf Insta­gram – hier talkt die Sopra­nis­tin Chen Reiss.

Die Sän­ge­rin Chen Reiss (hat einen eige­nen Qua­ran­tä­ne-Talk): Zie­le und Moti­va­ti­on hab ich genug, aber die Zeit fehlt!!! Und vor allem die Geduld. Fragst du dich wie­so? Naja, ich arbei­te 12 Stun­den pro Tag, 7 Tage die Woche und krie­ge dafür kei­ne Gage. Habe aber einen Titel – Mum­my!!! Schaf­fe es trotz­dem eine Stun­de jeden zwei­ten Tag zu üben, damit ich nicht ver­ges­se, wie es geht.

Die Sän­ge­rin Nadi­ne Weiss­mann: Wie vie­le mei­ner Sän­ger­kol­le­gen übe ich vor allem ger­ne mit einem Repe­ti­tor, was jetzt natür­lich weg­fällt. Die Moti­va­ti­on hole ich mir gera­de ein wenig durch ein geplan­tes span­nen­des Rol­len­de­but (…) Mir fällt es gera­de schwer, z.B. vie­le der Streams mit Opern­vor­stel­lun­gen zu schau­en, was ich sonst ger­ne mache, jetzt ist es ein­fach zu depri­mie­rend, zu sehen, was einen sonst oft beflü­gelt hat, weil man kei­ne Per­spek­ti­ve hat, wann man sel­ber wie­der auf einer Büh­ne ste­hen darf/kann. 

Der Cel­list Clau­dio Bohór­quez: Aus der Sicht als kon­zer­tie­ren­der Künst­ler sind mir zu der Flut an gut­ge­mein­ten Wohn­zim­mer­kon­zer­ten, die (…) kos­ten­los ange­bo­ten wer­den, seit eini­ger Zeit vie­le Fra­gen durch den Kopf gegan­gen. (…) Es ist kein Geheim­nis, dass die o.g. Auf­trit­te auch ein nach­hal­ti­ges markt­wirt­schaft­li­ches Poten­zi­al für die Kul­tur­land­schaft beinhal­ten, zumal vie­le die­ser Auf­trit­te in nied­ri­ger Auf­nah­me- und Bild­qua­li­tät gestreamt wer­den. Sind das nicht die glei­chen Künst­ler, die Klau­seln mit Veto-Recht in den übli­chen Ver­trä­gen ver­an­kern und dafür extra vom Ver­an­stal­ter bezahlt wer­den? Heu­te liest man quer in allen seriö­sen Medi­en, dass der Wert der klas­si­schen Musik infla­tio­när am Ver­sin­ken ist. Es bleibt nur die Hoff­nung, dass doch ein gesell­schaft­li­ches Wun­der geschieht. Jetzt gehe ich moti­viert zurück an mein Cel­lo und las­se mich von den Idea­len der gro­ßen Kom­po­nis­ten der Ver­gan­gen­heit wei­ter inspi­rie­ren.

Der Diri­gent Ger­rit Prieß­nitz: Ich stel­le fest, dass intrinsi­sche Moti­ve nicht ver­schüt­tet sind, die Lie­be zu der Musik, die mich zutiefst bewegt (…) Aber die Arbeit dar­an ganz ohne exter­nes Ziel, ohne einen Hori­zont, auf den man hin­lernt, hin­übt, sich geis­tig in eine Par­ti­tur hin­ein­be­wegt, die fällt mir zuneh­mend schwer. Vom Arbeit­ge­ber mit einem Tele­fo­nat von 100 auf 0 gesetzt zu wer­den und zugleich kom­plett durch alle staat­li­chen Hilfs­ras­ter zu fal­len, tut ein Übri­ges dazu, dass mir die Natur und Lite­ra­tur momen­tan näher ste­hen, als die Par­ti­tu­ren auf mei­nem Schreib­tisch.

Die Sän­ge­rin Nan­cy Weiß­bach: Ges­tern wur­den nun auch unse­re drei Ring-Zyklen bis Ende Okto­ber abge­sagt. Ein­fach nur so zu üben ohne Ziel und mit all der Unsi­cher­heit, ob es über­haupt etwas mit den Vor­stel­lun­gen 2021 wird, ist sehr schwer. Neben dem Home­schoo­ling muss man ja stän­dig neue For­mu­la­re aus­fül­len und sich von Fach­leu­ten gut bera­ten las­sen. (…) Viel­leicht wer­de ich wie­der in der Cha­ri­té oder in einem ande­ren Kran­ken­haus arbei­ten gehen, um in der Zwi­schen­zeit etwas Sinn­vol­les zu tun.

Nan­cy Weiß­bach als Brünn­hil­de bei den Tiro­ler Fest­spie­len in Erl

Die Sän­ge­rin Eva Sum­me­rer: Bei mir war es anfangs tat­säch­lich so, dass ich mich die ers­ten zwei Wochen des Coro­na-Wahn­sinns gar nicht moti­vie­ren konn­te. Zu gar nichts. Nach die­sem Tief habe ich mich hin­ge­setzt und mir über­legt, wel­che Par­tien ich „schon lan­ge mal“ erar­bei­ten woll­te (…) Nach wie vor herrscht aller­dings die­se Unge­wiss­heit, wann und wie es wei­ter­geht und was nächs­te Spiel­zeit pas­sie­ren wird; das macht es nicht leicht, moti­viert zu blei­ben…

Die Pia­nis­tin Katha­ri­na Nohl: Dadurch dass ich mein ers­tes Fes­ti­val „Swiss Fema­le Com­po­sers Fes­ti­val“ auch ver­ta­gen durf­te, kann ich mich direkt auf mein par­al­lel lau­fen­des Kom­po­si­ti­ons­pro­jekt stüt­zen. Exci­ting! Wir als Fami­lie haben die fried­lichs­te Zeit, seit die Kin­der schul­pflich­tig sind. Wir genie­ßen Home­schoo­ling!

Der Orga­nist Heinz-Josef Frö­schen: Ich übe mehr, aller­dings ist es wirk­lich müh­sam, sozu­sa­gen „ziel­los“ drauf­los zu musi­zie­ren. Aber so ganz ohne Chor­pro­ben, Got­tes­diens­te ist’s schon fad.

Der Kom­po­nist und Pia­nist Kaan Bulak: Moti­viert und sehr pro­duk­tiv. Berei­te die Auf­nah­men und Pro­gram­me für die nächs­ten Jah­re schon vor und habe dabei sogar noch viel Zeit zum Lesen und zur tie­fer­ge­hen­den Inspi­ra­ti­ons­su­che. Inter­net und Tele­fon blei­ben 70% der Zeit aus­ge­schal­tet, den Infor­ma­ti­ons­o­ver­kill kann ich gar nicht gebrau­chen.

Der Kom­po­nist Alex­an­der Strauch: Kom­po­si­to­risch bekom­me ich nicht viel hin, da Kon­zer­te & Urauf­füh­run­gen erst ein­mal abge­sagt oder ver­scho­ben sind. Daher arran­gie­re ich für Orches­ter aus Semi-Pro­fis & Lai­en (…) Tages­ak­tu­el­les und Kul­tur­po­li­tik regen mich da eher auf und las­sen mich für den Bad Blog of Musick etwas her­vor­brin­gen. Ansons­ten hoff­nungs­voll Ter­mi­ne im Okto­ber und Novem­ber, wo eini­ges doch noch die Jah­res­bi­lanz ret­ten könn­te.

Der Sän­ger Wolf­ram Latt­ke: … nun gab und gibt es mal ein paar Auf­ga­ben, die über Stream ins Publi­kum fin­den. Das ersetzt aber nicht viel, nur, dass man Musik machen kann und darf und einen klei­nen Obu­lus ver­dient. Ein essen­zi­el­ler Teil des Beru­fes ist dabei (…) ein­fach nicht anwe­send: das Publi­kum, wel­ches (…) den Zau­ber, eines Live-Auf­tritts aus­macht.

Die Har­fe­nis­tin Sil­ke Aich­horn bei der Arbeit

Die Har­fe­nis­tin Sil­ke Aich­horn: Mein Tag ist wie immer ziem­lich zu kurz, ich bin mehr als sonst und super­glück­lich an der Har­fe. Berei­te gera­de 2 neue CDs vor und habe noch so vie­le ande­re Ideen. Dazwi­schen Radeln, gut kochen, Fami­ly, Haus und die­ser tol­le Früh­ling.… 

Der Kom­po­nist und Pia­nist Franck A. Holz­kamp: Ich übe weni­ger… Aber das Kom­po­nie­ren kommt vor­an: nach einer anfäng­li­chen Blo­cka­de ist nun eine aus­ge­spro­chen krea­ti­ve Pha­se ange­bro­chen (…) Und es gibt mir Halt (auch wenn es unglaub­lich viel Kraft kos­tet!), mit mei­nen Kla­vier- und auch Theo­rie- und Kom­po­si­ti­ons­schü­lern über Sky­pe oder Face­Time ver­bun­den zu sein und arbei­ten zu kön­nen. Mein Takt­stock aller­dings fris­tet momen­tan ein unbe­frie­di­gen­des Schat­ten­da­sein und liegt in sei­ner Scha­tul­le wie in einem Sarg… Trau­rig, trau­rig!

Der Pia­nist Tho­mas Uhl­mann: Ich übe etwas mehr – und lau­ter Lieb­lings­stü­cke, für die ich sonst kei­ne Zeit hat­te…

Der Pianist Kai Ado­m­eit: Ich kann end­lich mal all die Wer­ke aus­pro­bie­ren, zu denen ich sonst nie kom­me, kann z.B. end­lich mal den gan­zen Joseph Hol­broo­ke und die Scar­lat­ti-Gesamt­aus­ga­be durch­fin­gern. (…) Moti­va­ti­on? Die Musik hat mich schon zwei­mal durch lan­ge Pha­sen kör­per­li­cher Zer­brech­lich­keit am Leben gehal­ten – ohne Musik ster­be ich…

Die Sän­ge­rin Talia Or: Die Situa­ti­on drückt auf die Ner­ven, und da wir mit dem Kör­per arbei­ten, mer­ken das die meis­ten mal mehr mal weni­ger. Moti­va­ti­on ist schwie­rig, wenn man nicht weiß, ob und wann es wei­ter­geht. 

Der Sän­ger Bern­hard Han­sky: Tat­säch­lich habe ich mein Pen­sum auf ein Mini­mum her­un­ter­ge­schraubt. Die aktu­el­le Spiel­zeit scheint ja kom­plett im A**** zu sein und selbst die Moti­va­ti­on, die Kom­men­de vor­zu­be­rei­ten, hält sich bei den aktu­el­len Aus­sich­ten in Gren­zen. (…) Bin daher gera­de in einer Art „Schock­star­re“ und war­te hän­de­rin­gend auf ein rea­lis­ti­sches Datum der Regie­rung. Mit dem Ziel im Auge wird es dann auch wie­der Spaß machen, die Stim­me zu gebrau­chen. Momen­tan jeden­falls iden­ti­fi­zie­re ich mich nicht als „Sän­ger“.

Die Pia­nis­tin Mar­ti­na Fil­jak: Ich fin­de end­lich die Zeit, um ent­spannt zu üben, das Reper­toire in Ruhe und mit Genuss zu lesen ohne den Druck, dass man es bald vor einem Publi­kum lie­fern muss. (…) Man fin­det, dass es Lie­be für Musik und für die Kunst gibt, auch ohne kon­stan­te „Bewun­de­rung“ oder Feed­back der ande­ren.

Der Sän­ger Micha­el Heim: Man muss sich jetzt qua­si selbst in den Hin­tern tre­ten, was aber nicht schwer fällt, wenn man den Beruf wirk­lich liebt. (…) Hoff­nung macht auch, dass ein spür­ba­rer Ruck durch die Welt der Solo­kämp­fer geht: Ver­schie­de­ne Initia­ti­ven gilt es zu bün­deln, die sich um die Grün­dung von Inter­es­sens­ver­tre­tun­gen und Schutz­schir­men bemü­hen, um die bestehen­de Ungleich­be­hand­lung abzu­schaf­fen.

Die Sän­ge­rin Gior­gia Cap­pel­lo: Da der Unter­richt online wei­ter­geht, übe ich recht viel oder sogar mehr, aber das War­um hat sich ver­scho­ben. Der Spaß, der durch die Gewiss­heit der Auf­füh­rung kommt, fehlt.

Der Diri­gent Mat­thi­as Fletz­ber­ger: Ich per­sön­lich kann die­ser Ruhe durch­aus auch Posi­ti­ves abge­win­nen – man gewinnt Zeit, Alt­ge­wohn­tes und viel­leicht Fest­ge­fah­re­nes zu hin­ter­fra­gen und auch mal neue Gedan­ken und Kon­zep­te durch­zu­spie­len. Diri­gie­ren (samt Mit­sin­gen) ist halt auf die Dusche beschränkt. 

Klas­sik-Fan Mat­thi­as Bün­din­ger: Ich fra­ge mich auch, wie ist das mit den höher und hoch­be­tag­ten Diri­gen­ten und Solis­ten wie Blom­stedt, Meh­ta, Baren­bo­im, Arge­rich, Pol­li­ni, für die, dra­ma­tisch über­trie­ben for­mu­liert viel­leicht, jeder Tag zählt, wo sie nicht auf­tre­ten.

Ste­fa­nie Kunsch­ke, als sie noch auf der Büh­ne ste­hen durf­te

Die Sän­ge­rin Ste­fa­nie Kunsch­ke: Ich beschäf­ti­ge mich neben dem Sin­gen viel mit (Com­pu­ter-) Tech­nik (…) Genau­so gibt es Mei­nun­gen, die gegen „unpro­fes­sio­nel­le“ Live­auf­nah­men spre­chen. Ich ver­ste­he das. Aber das ist für mich Druck. „Schön“ ist jedoch, dass man durch so eine Ent­wick­lung vie­le neue Ideen und per­sön­li­che Ein­stel­lun­gen bekommt (…). Eine Stim­me live zu hören und den Sän­ger zu sehen, ist ein­fach was Beson­de­res, was man­geln­de Auf­nah­me­tech­nik nur schwer ein­fan­gen kann.

Die Pia­nis­tin Anna Sut­ya­gi­na: Ich bemer­ke bei mir selbst vie­le Ver­än­de­run­gen. Man hat zwar den gan­zen Tag Zeit, aber man wird lang­sa­mer. Ich mache mir Sor­gen um die Zukunft, und das hin­dert mich dar­an, mit vol­ler Kon­zen­tra­ti­on zu üben. Ich wür­de auch zwi­schen rich­tig üben, üben und ein­fach zum Spaß spie­len unter­schei­den.

Die Musi­ke­rin Iris Licht­in­ger: Genie­ße es offen gestan­den sehr, uner­war­tet völ­lig abtau­chen zu kön­nen, ohne jeden Ter­min­druck. Zeit zu haben und ein­fach den Früh­ling zu erle­ben – über­ra­schen­de und unschätz­ba­re Erfah­rung. Üben ja, täg­lich, aber aus­schließ­lich mit dem Sohn.

Der Sän­ger und Barock­ta­ge-Inten­dant Micha­el Scha­de: Mein Plan ist täg­lich fast der glei­che (…). Aber ein Plan muss her. Ob das mehr als vor­her ist?? Nein, den­ke ich, eigent­lich ist es eh wie immer aber mit mehr Unge­wiss­heit und mehr men­ta­lem Trai­ning, so dass ich nicht ver­zweif­le oder ver­sa­ge. Ich wache gene­rell etwas in Panik auf um 400, lese was in der Welt alles pas­siert, mach mir Gedan­ken, und den­ke mir dass ich eh nichts machen kann, außer bereit zu sein, für dann, wenn‘s wie­der los­geht. Mit dem Gedan­ken schla­fe ich dann wie­der ein. 1) Ich stu­die­re von 7–9 täg­lich, und das ist MEINE Zeit (…) Der­zeit berei­te ich unse­re Fern­seh­auf­nah­me für das Kon­zert im lee­ren Stift Melk für unse­re Sen­dung im ORF3und 3Sat zu Pfings­ten mit Luca Pia­n­ca vor. 2) Ich unter­rich­te von 10–13 mei­ne Schü­ler online. (…) 3) Dann übe ich „Die Tote Stadt“ für den August in Ade­lai­de mit Simo­ne Young…, und vor allem momen­tan Schu­bert Lie­der für einen Live­stream im Kon­zert­haus nächs­te Woche.…fit blei­ben fit blei­ben… 4) ich küm­me­re mich um die Inter­na­tio­na­len Barock­ta­ge Stift Melk, um Künst­ler per­sön­lich anzu­ru­fen, so dass ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN da sind (…) Und dann wird’s höchs­te Zeit, die  Fami­lie anzu­ru­fen , vor allem die Kin­der die weit weg sind in Kana­da und nicht hier sein kön­nen! Es ist das Aller­wich­tigs­te für sie da zu sein und sie zu trös­ten über gecan­cel­te  Matu­ra­fei­ern und Schu­le und und und… 

Micha­el Scha­de lässt sich auch durch Coro­na nicht die Lau­ne ver­der­ben und grillt.

Es ist die Unter­schied­lich­keit der Wahr­neh­mung, die Kul­tur aus­macht! Es geht nicht um Natio­nen, Egos oder Unter­schie­de – es geht um uns alle, die Kul­tur … und zusam­men erhe­ben wir die Kunst zur Stim­me…

In die­sem Sin­ne, hal­ten Sie die Ohren steif.

Ihr

Axel Brüg­ge­mann

brueggemann@crescendo.de

Brüg­ge­manns Klas­sik­wo­che kos­ten­los abon­nie­ren

Vorheriger ArtikelVom Wasser zum Wein
Nächster ArtikelOriginell
Axel Brüggemann
Axel Brüggemann glaubt, dass Musik das Leben verändern kann. Darüber hat er zunächst bei der WELT am SONNTAG geschrieben, bei der er auch Textchef war. Später schrieb er für die FAS und die Jüdische Allgemeine. Heute ist der ehemalige crescendo-Chefredakteur hauptsächlich fürs Fernsehen tätig: für arte, ZDF und SKY. Für seine Bayreuth-Moderationen wurde er für den Grimme-Preis nominiert. Brüggemanns Dokumentarfilme suchen stets nach dem Zusammenhang von Musik und Mensch.

Artikel kommentieren

Please enter your comment!
Please enter your name here