Als ein „bemer­kens­wer­tes Ereig­nis“, das einen selt­sa­men und tie­fen Ein­druck hin­ter­ließ, beschrieb Hec­tor Ber­li­oz sei­ne ers­te Lek­tü­re von Goe­thes Faust in der Über­set­zung von Gérard de Ner­val. Das Werk fas­zi­nier­te ihn sofort, und er „erlag der Ver­su­chung“, es zu ver­to­nen. Aus dem ers­ten Wurf, den er 1845 zu Papier brach­te, erar­bei­te­te er wäh­rend einer Post­kut­schen­fahrt durch deut­sche Lan­de die dra­ma­ti­sche Legen­de La dam­na­ti­on du Faust. „Chau­vi­nis­ten! Feti­schis­ten! Kre­tins!“, beschimpf­te er nach der Urauf­füh­rung die deut­schen Kri­ti­ker, die ihm vor­war­fen, er habe Goe­thes Text abge­än­dert. Robin Tic­cia­ti lei­tet das Deut­sche Sym­pho­nie-Orches­ter Ber­lin und den Rund­funk­chor Ber­lin (Foto oben: © Jonas Holt­haus) bei der Auf­füh­rung des Werks. 719

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: www.dso-berlin.de

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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