Als Dirigent von Filmmusik schlüpft John Axelrod auch mal ins Darth-Vader-Kostüm. Uns verrät er, welcher Wein jeden Hollywoodschurken umhauen würde.

Die meisten Dirigenten haben schon mal Filmmusik aufgeführt. Sie ist inzwischen Teil des Repertoires – beliebt beim Publikum und mit verbessertem Orchestermaterial. Filmmusik wird inzwischen zusammen mit Sinfonien und Oratorien auf den Spielplan gesetzt, Filmmusikorchester spielen ausverkaufte Tourneen. Ich selbst dirigierte jüngst ein Star-Wars-Konzert im völlig ausverkauften Amsterdamer Concertgebouw! Nie hätte ich mir träumen lassen, mal als Darth Vader verkleidet diese berühmten Stufen hinabzusteigen. Es war großartig!

Als Musikalischer Leiter der Galakonzerte „Hollywood in Vienna“ tauchte ich schon von 2009 bis 2011 in die Welt der Filmmusik ein. Die feine Kunst von Steiner, Korngold und Rózsa würde ich als „Dritte Wiener Schule“ bezeichnen. Österreichisch-ungarische sowie deutsche Wurzeln und Bezüge zu Strauss, Zemlinsky und Wagner erschafften den typischen Hollywood-Sound. Kein Wunder, dass  der großartige John Williams seine Quellen in dieser Dritten Wiener Schule fand. Korngolds Kings Row und das Hauptmotiv von Star Wars gleichen sich wie Zwillinge.

Gerade setzt Star Wars seine 40-jährige Erfolgsgeschichte mit einem weiteren Film, The Last Jedi, fort, und die Musik daraus wird von Laien und Profis auf der ganzen Welt aufgeführt und verbreitet.

Aber was trinkt man, während man sich den Film ansieht oder den Soundtrack über große Boxen anhört? Schade, dass man die vielen in Star Wars erwähnten Weine nicht probieren kann. Han Solo und sein Gefährte Chewbacca sind die Säufer unter den Charakteren. Han sagt: „Danke, Chewie. Danke, dass du nicht alles aufgesoffen hast.“ Und Corellia ist nicht nur der Heimatplanet von Han Solo und Wedge Antilles, sondern auch des corellianischen Weines. Daneben verdient in dieser fernen Galaxie auch noch der Wein Alderaanian vom Leuchtstern Alde­raan – von dem die junge Prinzessin Leia stammt – Erwähnung. Er gehört offenbar zu den teuersten Tropfen der Galaxie und ist der Favorit der dunklen Mächte Graf Dooku und Senator Palpatine.

Han Solo und sein Gefährte Chewbacca sind die Säufer unter den Star-wars-Charakteren

Auch auf der Erde investierten Filmregisseure und Komponisten in ihre Weinleidenschaften. Kenner sind mit den Weinen von Francis Ford Coppola (Der Pate) vertraut. Coppolas Weingüter sind preisgekrönt und setzen einen hohen Standard für kalifornische Qualitätsweine. Auch Alan Silvestri, Filmmusikkomponist von Zurück in die Zukunft, hat in kalifornische Weine investiert.

ANZEIGE

Trotz der großartigen Musik von Star Wars, Der Pate und Zurück in die Zukunft würde ich beim besten Soundtrack für meinen Lehrer Leonard Bernstein stimmen, auf dessen 100. Geburtstag wir zusteuern. Die Faust im Nacken gehört zu den ganz großen Filmklassikern. Mit Marlon Brando in der Hauptrolle, handelt er von einem gescheiterten Boxer, der unter Hafenarbeitern ins organisierte Verbrechen gerät. Der Film gewann 1954 acht Academy Awards und ist der einzige, der original komponierte Filmmusik von Bernstein enthält. Die Musik war entscheidend für den künstlerischen und kommerziellen Erfolg des Films, erfasste Lokalkolorit, Leidenschaft der jungen Liebenden, Gefahren und den ultimativen Sieg eines Mannes über das korrupte System. Sie ist der Wahnsinn!

Der Wein, der zu dieser Musik passt? „The Boxer“ des preisgekrönten australischen Produzenten Mollydooker. Unter Sammlern für seinen „Velvet Glove“ und „Carnival of Love“ beliebt, beglückt er mit „The Boxer“ in jeder Hinsicht. Es ist ein kräftiger, charakterstarker Shiraz mit Aromen von Pflaumen, Brombeermarmelade und Kirsche im Kern und schokoladenumhüllten Kaffeebohnen, Lakritz und Vanille im Abgang. Er hat die Unerbittlichkeit eines Boxers und könnte es durchaus mit dem Schmuggler Han Solo aufnehmen. Ob Mollydooker nach Corellia ausliefert?

Artikel kommentieren

Please enter your comment!
Please enter your name here