News | 24.02.2021

Diri­gentin Young: Kultur in Orches­tern verän­dert sich

von Redaktion Nachrichten

24. Februar 2021

Die Kultur der Orchester ändert sich, sagt Dirigentin Simone Young. Die Zeiten der alten Männer mit weißen Haaren sind vorbei und es zählt nur die Leistung.

Die Kultur in den Orches­tern der Welt verän­dert sich. Davon ist die Diri­gentin über­zeugt: „Die Zeiten der alten Auto­kraten, Männer mit langen weißen Haaren, schlecht gelaunt, die alle kriti­siert und alles schlecht gefunden haben, die Zeiten sind eigent­lich vorbei“, sagte die Künst­lerin im stern-Podcast „Die Boss – Macht ist weib­lich“, der am (heutigen) Mitt­woch erscheint.

Simone Young

Simone Young

In ihrer austra­li­schen Heimat sei es schon am Anfang ihrer Karriere nicht so rele­vant gewesen, dass sie eine Frau gewesen sei, erklärt Young. Sie sei genervt und über­rascht gewesen, dass sie in und anderen Ländern so oft „die Erste“ gewesen sei und darüber spre­chen sollte. Es sei ein biss­chen gewesen „wie mit einem Hund, der spricht“, sagt sie, aber das sei unin­ter­es­sant. „Inter­es­sant ist nur, was man sagt.“ Für sie zähle nur die Leis­tung, und dieser Gedanke setze sich auch in der Musik immer mehr durch. Dennoch würden derzeit nur eine Hand­voll der 129 deut­schen Berufs­or­chester von einer Frau geleitet.

Young (59) war von 2005 bis 2015 Gene­ral­mu­sik­di­rek­torin des Phil­har­mo­ni­schen Staats­or­ches­ters und Inten­dantin der Staats­oper . 2022 wird sie Chef­di­ri­gentin des Sydney Symphony Orchestra, mit dem sie in diesem Jahr bereits mehrere Konzerte gibt. Ihr Amts­an­tritt soll mit der Wieder­eröff­nung des Konzert­saals im Sydney Opera House nach zwei­jäh­riger Reno­vie­rung zusam­men­fallen.

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Fotos: Klaus Lefebvre