Dorothee Mields und das Barockensemble Die Freitagsakademie unter Katharina Suske geben sich dem bukolischen Idyll von Georg Friedrich Händels Kompositionen in englischer Sprache hin. 

Wenn das Berner Barockensemble Die Freitagsakademie mit der deutschen Sopranistin Dorothee Mields einladen zu „Handel´s Tea Time“ – (weil im Englischen keine Umlaut-Strichlein; mit Genitiv-Apostroph, und Händels Vornamen zu „George Frideric“ internationalisiert) – heißt das: Hier geht’s um Händels British-ness. Also beginnt das Album mit Händels wohl erster Komposition in englischer Sprache: Venus und Adonis.

Weich und stark in der Höhe 

Dorothee Mields’ erprobter Barock-Sopran ist weich und stark in der Höhe der Koloraturen, und sie meistert den Ausdruck im ironisch-weinseligen „Falschsingen“ in Bacchus, als der Weingott schon nicht mehr so sicher steht. (In Bachs Weihnachtsoratorium verrät der gleiche Effekt, aber ernst, den heuchelnden Herodes bei auf dass auch ich komme und es anbete…)

Flötendes Fließen

Die typische Schäferlyrik, die im Barock europaweit schwer angesagt war, das bukolische Idyll einiger Textvorlagen ruft geradezu nach flötendem Fließen, und es trifft sich also ausgezeichnet, dass Katharina Suske seit 1993 die Freitagsakademie leitet. Als Oboistin spielt sie Händels Leib- und Mageninstrument, neben dem Cembalo, das Sebastian Wienandt virtuos durch Air & Five Variations aus der E‑Dur-Suite stürzt – den populären Beinamen „Der Harmonische Grobschmied“ bekam das Werk nicht umsonst. Ein bisschen sparsam geht das Booklet mit Dorothee Mields um – neben den Fotos dürfte man über diesen Sopran gern ein bisschen mehr verraten.

„Handel’s Tea Time“, Dorothee Mields, Die Freitagsakademie (dhm)