Das Düsseldorfer Marionetten-Theater und die Deutsche Oper am Rhein bringen den Operneinakter El retablo de Maese Pedro von Manuel de Falla auf die Bühne. Premiere ist am 7. November 2020 im Opernhaus Düsseldorf. 

Ein Marionettentheater im Haus seines Freundes, des Dichters Federico García Lorca, regte Manuel de Falla zu seinem Operneinakter El retablo de Maese Pedro (Meister Pedros Puppenspiel) an. Den Auftrag erhielt er von der Pariser Prinzessin Edmond de Polignac, die das Stück in ihrem Salon aufführen lassen wollte. De Falla, der in seiner Komposition volksmusikalische Elemente mit Klängen und Rhythmen verwebt, schrieb auch das Libretto. Er wählte eine Episode aus Miguel de Cervantes’ Roman Don Quijote und gestaltete daraus ein Spiel im Spiel.

Gayferos zu Pferde, Düsseldorfer Marionetten-Theater
Don Gayferos reitet los, um seine Gattin, die schöne Melisendra aus dem Morgenland zu befreien.
(Foto: © Düsseldorfer Marionetten-Theater)

Don Quijote ist Zuschauer eines Puppenspiels, das Meister Pedro mit seinen Marionetten gibt. Die Handlung sagt ein kleiner Junge im psalmodierenden Ton spanischer Geschichtenerzähler an. Sie dreht sich um die Tochter Karls des Großen (Titelfoto des Beitrags: © Düsseldorfer Marionetten-Theater), die schöne Melisendra, im Morgenland gefangen ist und deren Gatte Gayferos sich aufmacht, sie zu befreien. Don Quijote aber vermag Spiel und Wirklichkeit nicht zu trennen. Er fühlt den Ritter in sich angesprochen und fällt mit gezücktem Schwert über die Marionetten her. Pedro ist verzweifelt über seine geköpften Marionetten. Aber Don Quijote ist zufrieden über die Rettung des Paares und widmet seinen Sieg der schönen Dulcinea.

Anton Bachleitner, Gründer und Leiter des Marionetten-Theaters Düsseldorf
Anton Bachleitner, Gründer und Leiter des Düsseldorfer Marionetten-Theaters in seiner Puppenwerkstatt
(Foto: © Benjamin Schroeter)

Die Regisseurin Ilaria Lanzino, der Filmemacher Torge Möller sowie und das Düsseldorfer Marionetten-Theater setzen die Oper mit Sergej Khomov als Meister Pedro, Richard Šveda als Don Quijote und dem Orchester des Düsseldorfer Opernhauses in Szene. Die Puppen werden von Anton Bachleitner und Anna Zamolska geführt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Ralf Lange.

Ralf Lange steht am Pult.
Übernimmt die musikalische Leitung: Ralf Lange

Als Vorspiel gibt es Ausschnitte aus den Danses concertantes von Igor Strawinsky, der bei der Uraufführung der Oper 1923 mit Picasso im Publikum saß. Pedros Puppentheater wird als Wagenbühne dargestellt. Gespielt wird „halboffen“, das heißt, die Spieler der Marionetten stehen hinter den Kulissen, sodass ihre Hände, die die Fäden führen, sichtbar sind. Möller filmt das Marionettenspiel sowie die Reaktionen Don Quijotes und zeigt den Zusammenschnitt auf einer Leinwand. Weitere Aufführungen am Opernhaus Düsseldorf gibt es am 8., 15., 22. und 29. November 2020. Am Theater Duisburg ist die Inszenierung am 4., 5., 13. und 25. Dezember 2020 zu sehen.

Weitere Informationen:
Deutsche Oper am Rhein: operamrhein.de/de
Düsseldorfer Marionetten-Theater: www.marionettentheater-duesseldorf.de

Foto Titelbild: Düsseldorfer Marionetten-Theater

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.