Das Fes­ti­val O19 eröff­net mit der neu­en Kam­mer­oper Denis & Kat­ya von Phil­ip Ven­ab­les und Ted Huff­man (© Domi­nic M. Mer­cier). Eine rea­le Bege­ben­heit bil­det die Grund­la­ge. 2016 schos­sen zwei 15-Jäh­ri­ge im west­rus­si­schen Pskow aus einer Dat­scha auf Poli­zis­ten und über­tru­gen dies live in den sozia­len Medi­en. Als die Poli­zei die Dat­scha stürm­te, fand sie nur noch die Lei­chen der bei­den Jugend­li­chen, die sich offen­bar selbst erschos­sen hat­ten. Der Fall reg­te Ven­ab­les und Huff­man zu den Über­le­gun­gen an, wie emp­fin­dungs­los man durch das Anse­hen eines sol­chen in Echt­zeit ablau­fen­den Dra­mas wer­de und wie sehr man sich dar­an gewöh­ne, nicht zu hel­fen, son­dern ein­fach nur zuzu­schau­en. In ihrer Oper ver­we­ben sie ori­gi­na­le Text­pas­sa­gen und Video­spu­ren mit Bot­schaf­ten aus den sozia­len Medi­en und stel­len die Fra­ge, was die­se über uns aus­sa­gen. Die bei­den Prot­ago­nis­ten ver­kör­pern der Bari­ton Theo Hoff­man und die Mez­zo­so­pra­nis­tin Sie­na Licht Mil­ler. Regie führt Kse­nia Rav­vina, und die musi­ka­li­sche Lei­tung über­nimmt Emi­ly Sen­tu­ria.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: www.operaphila.org

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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