Anlässlich der 100. Wiederkehr von Engelbert Humperdincks Todestag am 27. September 2021 rückt ein Album seine Lieder und Kammermusik ins Licht. 

Opern, Lieder und Chorwerke sind es zumeist, die man mit dem Namen Engelbert Humperdinck verbindet. Seine Oper Hänsel und Gretel ist nicht nur zur Weihnachtszeit ein absoluter Dauerbrenner auf den Opernbühnen. Dass Humperdinck auch Kammermusik komponiert hat, fällt meistens unter den Tisch, vermutlich auch, weil dieses Œuvre recht überschaubar geblieben ist. Nichtsdestotrotz gibt es hier einige schöne Trouvaillen, Lieder vor allem, aber auch ein Notturno für Streichquartett und Violine, ein durchaus stattlicher einzelner Satz für Streichquartett oder verschiedene Stücke für Violine und Klavier, u.a. eine Sonate. 

Engelbert Humperdinck
Engelbert Humperdinck verstarb am 27. September 1921 in Neustrelitz.

Komponiert hat Humperdinck vieles davon auf Anregung des Sängers und Geigers Johannes Degen, in dessen Kammermusik-Zirkel der noch junge Komponist mitspielen durfte. Diese Einspielung wirft gerade in Humperdincks 100. Todesjahr ein schönes Schlaglicht auf diesen zumeist zu Unrecht auf ein Werk reduzierten Komponisten und setzt ihm ein würdiges Denkmal.

Engelbert Humperdinck: More than a Myth, Chamber Music & Songs (Hänssler Classic))

Previous articleBeethovenfest Bonn zieht positive Bilanz
Next articleAndreas Reize tritt als Thomaskantor an
Guido Krawinkel schreibt über alles, was mit Musik zu tun hat. Dem Studium der Musikwissenschaften in Bonn folgten Tätigkeiten in der Tonträgerbranche, beim Radio und im Verlagswesen sowie eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. Als freier Journalist arbeitet Guido Krawinkel für Zeitungen, Zeitschriften und Konzerthäuser, schreibt Rezensionen, CD-Booklets und Programmeinführungen und ist Mitglied in der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Der begeisterte Chorsänger hält es mit Loriot: Ein Leben ohne Chor ist möglich, aber sinnlos.