Das Ensemble Resonanz und die Pianisten Philipp Vandré und Per Rundberg spielen am 14. August 2021 in der Elbphilharmonie die von Johannes Kalitzke komponierte Filmmusik zu dem restaurierten Stummfilm Orlac’s Hände von Robert Wiene. 

Der expressionistische Filmregisseur Robert Wiene erlangte Berühmtheit für seinen Film Das Kabinett des Dr. Caligari. Es bildete sich sogar der Begriff „Caligarismus“, mit dem eine Vorliebe für krankhafte Fantastik bezeichnet wurde, obwohl dieser Film ursprünglich das unmenschliche Staatssystem des kaiserlichen Deutschlands hätte anprangern sollen, das die Menschen in einen unsinnigen Krieg zwang.

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Trailer zu dem restaurierten Film Orlac’s Hände von Robert Wiene

Als letzter Film des Caligarismus entstand 1924 Orlac’s Hände über einen Pianisten, gespielt von Conrad Veidt, der bei einem Unfall beide Hände verliert und dafür die Hände eines Mörders angenäht bekommt. Im Rahmen des Festivals Elbphilharmonie Sommer wird der Film mit Livemusik von Johannes Kalitzke vorgeführt. Kalitzke, der bereits zu vielen Stummfilmen Musik schrieb, sieht es als Wesen seiner Komposition, „das, was hinter den Bildern gemeint ist“, auszudrücken.

Ensemble Resonanz
Spielt die Filmmusik von Johannes Kalitzke zu Orlac’s Hände: das Ensemble Resonanz
(Foto: © Tobias Schult)

So stellt er das Happyend des Films mit seiner Musik infrage, indem er es „als ein gefährdetes Glück, das nur durch die Verdrängung des vorher offenbarten, unter-bewussten Schattenreiches vorgetäuscht ist“, offenbart. Es spielen das Ensemble Resonanz sowie die Pianisten Philipp Vandré und Per Rundberg.

Weitere Informationen zur Aufführung des Stummfilms Orlac’s Hände in der Hamburger Elbphilharmonie unter: www.elbphilharmonie.de

Fotos: Filmarchiv Austria

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Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Dr. Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Dr. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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