Die Playlist von... Cornelius Obonya

Er war der Salzburger „Jedermann“ und tritt regelmäßig am Wiener Burgtheater auf. Uns verrät der österreichische Schauspieler Cornelius Obonya, welche Musik ihn privat berührt und inspiriert.

  1. Samu­el Bar­ber: Ada­gio for Strings
    Ich habe das Stück geschenkt bekom­men, als ich zwölf Jah­re alt war, und konn­te über­haupt nichts damit anfan­gen: zu ernst, zu lang­sam. Dann wur­de ich puber­tär. Da hat’s dann ein­ge­schla­gen. Seit­dem mein liebs­ter Track fürs Gefühl! Es wur­de direkt nach der Nach­richt vom Tod des US-Prä­si­den­ten Theo­do­re Roo­se­velt im Radio gespielt. Das hat den Ruhm des Stü­ckes unend­lich ver­mehrt . Und es passt: Aus­druck der gro­ßen Trau­er nach dem Tod des Man­nes, der Ame­ri­ka durch den Krieg brach­te.
  2. Leo­nard Bern­stein: Ouver­tü­re zu „Can­di­de“
    Ich mag Exal­tiert­heit, Tem­po und die wun­der­ba­re Geschich­te dahin­ter.  War­um auch immer, aber ich höre es ger­ne bei der Vor­stel­lung, durch eine Win­ter­land­schaft zu flie­gen. Den ver­rück­ten Klang, die klei­nen Tur­bu­len­zen, die in mir aus­ge­löst wer­den, habe ich immer genos­sen und genie­ße sie noch immer.
  3. Emi­nem
    Emi­nem hat die har­te Poe­sie, die die­se Welt und die Zustän­de in ihr rich­tig beschreibt. Rap soll­te als Lyrik aner­kannt wer­den, er hät­te es schon lan­ge ver­dient. Und immer wie­der ist es Emi­nem, der die Musik dazu schreibt, macht, spricht, die mein Herz höher­schla­gen lässt.
  4. Tom Waits: Cho­co­la­te Jesus
    Erst mei­ne Frau hat mich auf Tom Waits gebracht. Ich kann­te ihn vom Namen her und hat­te immer begeis­tert über ihn reden gehört, haupt­säch­lich von Kol­le­gen an der Schau­büh­ne im Ber­lin der 90er.  Aber Waits hat­te bei mir nie gezün­det. Dann kam mei­ne Frau, und der Kopf ging auf für die­se Art von Humor. Ganz beson­ders für die­ses Stück, das dem inter­natsgeschädigten Mann gezeigt hat, was sub­ver­si­ver Witz wirk­lich ist. Tom Waits ist hei­lig.
  5. Ennio Mor­rico­ne: Sound­track zu „Es war ein­mal in Ame­ri­ka“
    Einer der schöns­ten Fil­me, die jemals eine Lein­wand geadelt haben. Und die­se Musik beherrscht die Geschich­te, die erzählt wird, das Jahr­hun­dert, in dem sie spielt, und die See­le, in die die­ser Film ein­dringt, wie ein kal­tes Mes­ser in war­mes Fleisch. Sie beglei­te­te mich durch die­se Geschich­te, durch die Men­schen, die der Film beschreibt, durch alles. Sehn­sucht nach Ame­ri­ka,  Abscheu vor Ame­ri­ka, Lie­be und Tod, Freu­de und Wol­lust in Ame­ri­ka. Ein­ma­lig. Ein­zig. Ewig.

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