Der Kom­po­nist Jóhann Jóhanns­son ent­zog sich Zeit sei­nes Lebens der simp­len Ein­ord­nung und kul­ti­vier­te in sei­nen Kom­po­si­tio­nen den sti­lis­ti­schen Grenz­gang. Wie viel­fäl­tig und klang­sinn­lich das gelang, zeigt die­se hoch­wer­tig auf­be­rei­te­te Edi­ti­on mit frü­hen Wer­ken des 2017 ver­stor­be­nen Kom­po­nis­ten. Klas­si­sche For­men, elek­tro­ni­sche Klän­ge, sin­fo­ni­sche Pas­sa­gen und Ele­men­te der Mini­mal Music flie­ßen kunst­voll inein­an­der und las­sen Klang­bil­der von sug­ges­ti­ver Dich­te und Melan­cho­lie ent­ste­hen. Die Edi­ti­on umfasst sechs Wer­ke des Kom­po­nis­ten, dar­un­ter vie­le Film­mu­si­ken, außer­dem einen aus­führ­li­chen Begleit­band. Ein fas­zi­nie­rend dich­tes Erleb­nis für all jene, die Jóhanns­sons viel­schich­ti­ges Werk post­hum noch inten­si­ver ent­de­cken möch­ten. 

Jóhann Jóhanns­son: „Retro­s­pec­tive I” (DG)

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Dorothea Walchshäusl
Dorothea Walchshäusl ist Musikjournalistin und promovierte Politologin. Sie lebt und arbeitet in Passau. Den Mensch im Blick, die Musik im Ohr und das Gefühl in den Fingerspitzen, fasziniert die freie Autorin all das, was die Menschen im Kleinen wie im Großen bewegt und berührt. Für crescendo schreibt sie seit 2014 und erforscht in ihren Porträts und Reportagen mit Leidenschaft, warum sich Menschen mit Haut und Haar der Musik verschreiben.

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