Zwei der feins­ten prä-Hän­del­schen eng­li­schen Barock­kom­po­nis­ten sind auf die­ser Ein­spie­lung mit ihren Grea­test Orches­tral Hits ver­tre­ten: Hen­ry Pur­cell (1659–1695) und Mat­thew Locke (1621–1677). Ihnen eigen ist eine unglaub­lich fei­ne, sehr ein­gän­gi­ge, nie tro­cke­ne, nie auf­dring­li­che, nie selbst­ver­lieb­te Art des Früh­ba­rocks. Das Book­let bemerkt, dass sich die Eng­län­der hier – lan­ge vor Bach – der euro­päi­schen, das heißt der ita­lie­ni­schen und fran­zö­si­schen Sti­le bedient haben, um sie zu ver­schmel­zen. Oper und Tanz kom­bi­niert, aber jeg­li­chen Über­ma­ßes ent­le­digt, was einen eige­nen, ‚Very Bri­tish‘ Stil schafft. Die Zusam­men­stel­lung von orches­tra­len Stü­cken und instru­men­ta­len Fas­sun­gen von eini­gen Ari­en aus Pur­cells King Arthur, Dio­cle­si­an, The Fai­ry Queen und Lockes The Tem­pest ergibt eine erqui­cken­de Samm­lung frei­er Tanz-Sui­ten. Die Instru­men­ta­lis­ten und beson­ders die Con­ti­nuo-Grup­pe des von Diri­gent Loren­zo Ghir­lan­da 2015 gegrün­de­ten jun­gen Vox Orches­ters spielt mit mit­rei­ßen­der Ver­ve. 

Hen­ry Pur­cell, Mat­thew Locke: „Orches­tral Works“, Vox Orches­ter, Loren­zo Ghir­lan­da (dhm/Sony)

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Jens Laurson
Jens F. Laurson fand mit Bach, Haydn und Rheinberger-Messen (als Domspatz) zur klassischen Musik losgelassen und ist bekennender musikalischer „Allesfresser“. Eigentlich studierter Politologe, kam er über Tim Page und die Washington Post zum Musikjournalismus. Er kann „Gennadi Roschdestwenski” buchstabieren, ohne nachschlagen zu müssen.

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