Ferenc Rados und Kirill Gerstein duettieren mit Mozarts Klaviersonaten zu vier Händen. 

Großvater und Enkel könnten sie sein: der 87-jährige Ferenc Rados und Kirill Gerstein, 41. Doch wenn sie Mozart-Sonaten vierhändig spielen, klingen sie wie Brüder. Wer von beiden hörbar und reizvoll mitsummt und ‑brummt wie einst Glenn Gould, das werden wir nie wissen, aber wer „primo“ und „secondo“ spielt, schon: Bei der C‑Dur-Sonate KV 521 widmet sich Gerstein der Oberstimme, bei der F‑Dur-Sonate ist es Rados. Die Unterschiede sind minimal, denn wo Pianisten sonst Einzelkämpfer sind, müssen sie in diesen Wunderwerken der Hausmusik nicht nur subtil aufeinander hören, sondern sitzen auch höchst intim nebeneinander, berühren einander an den Armen und manchmal auch an den Händen. So entsteht bei den beiden ein herrlich harmonisches Duettieren, obwohl nicht zu überhören ist, dass der eine gerne mal einen Tick schneller, der andere etwas gemäßigter spielen möchte und umgekehrt, aber genau das macht den lebendigen Reiz dieser Aufnahme aus.

Wolfgang Amadeus Mozart: „Sonatas for Piano Four Hands. KV 521 & KV 497”, Ferenc Rados, Kirill Gerstein (Myrios Classics)

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