Fritz Lehner verfilmte 1986 mit Udo Samel seinen Blick auf Franz Schuberts Leben. Angesichts der prekären Lage der Künstler infolge des Lockdowns gewinnt sein Film neue Relevanz. 

In opulenten Bildern fängt Fritz Lehners mehrfach preisgekrönte Verfilmung das Leben von Franz Schubert ein. Weniger das Leben als das bedrückende Lebensgefühl eines Menschen, der irgendwie immer fehl am Platze zu sein scheint und nirgends ein wirkliches Willkommen finden kann. Diese Einsamkeit einer großartigen Künstlerpersönlichkeit geht unter die Haut. 1986 zur Erstausstrahlung des Dreiteilers titelte Klaus Umbach im Spiegel: „Adagio in Quarantäne”. Das klingt in Pandemiezeiten nochmal anders: Ja, liebe Künstler, wir wollen eure Musik, doch wie und wovon ihr lebt, das sei eure Sache. So gesehen, gewinnt dieses „Fernsehjuwel” eine neue Brisanz, wirft einen bemerkenswerten Blick auf die sogenannte Systemrelevanz von Künstlern in einer Gesellschaft. Das ist vielleicht nicht unterhaltsam, aber unbedingt hinsehenswert. Laut einem Wiener Beamten namens Brotkorb hinterließ Schubert, der allein 600 unsterblich schöne Lieder geschrieben hat, neben ein paar Kleidungsstücken und einer Matratze nicht viel mehr als „einige alte Musikalien, geschätzt auf zehn Gulden”.

Fritz Lehner: „Franz Schubert. Mit meinen heißen Tränen“, Udo Samel, Monika Bleibtreu, Daniel Olbrychski, Traugott Buhre, Fritz Lehner (fernsehjuwelen)

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