Aus­ge­rech­net ein Streit in ihrer Hei­mat­stadt hat die furio­sen Vokal-Ensem­bles Cal­mus und amar­cord (Foto oben) erst­mals zusam­men­ge­führt: die „Leip­zi­ger Dis­pu­ta­ti­on“ von 1519. Denn damals rede­ten sich nicht nur Refor­ma­tor Mar­tin Luther und der rom­treue Theo­lo­ge Johan­nes Eck drei Wochen lang die Köp­fe heiß über den päpst­li­chen Pri­mat – es soll auch Antoi­ne Bru­mels zwölf­stim­mi­ges Monu­men­tal­werk Et ecce ter­rae motus zur Urauf­füh­rung in der Tho­mas­kir­che gelangt sein. Eben die­se anfor­de­rungs­rei­che „Erd­be­ben-Mes­se“ ent­fal­tet nun dank der ver­ein­ten Kunst­fer­tig­keit der Chor­künst­ler eine höchst gegen­wär­ti­ge Klang­kraft. Die bei­den welt­weit tou­ren­den Ensem­bles sind zwar unter­schied­lich besetzt – amar­cord ist ein klas­si­sches Män­ner­quar­tett, Cal­mus besticht mit Sopran, Coun­ter­te­nor, Tenor, Bari­ton und Bass –, haben aber die bemer­kens­wer­te Span­ne ihres Spek­trums gemein­sam: von Renais­sance und Barock bis zu Cross­over und Pop. Durch die Gast-Sopra­nis­tin­nen Anna Kelln­ho­fer und Isa­bel Schi­cketanz zum stimm­li­chen Dut­zend kom­plet­tiert, bewei­sen die Leip­zi­ger Vokal-Vir­tuo­sen, wie viel Har­mo­nie ein Dis­put zu stif­ten ver­mag.

Cal­mus Ensem­ble & amarcord:„Leipziger Dis­pu­ta­ti­on“ (Carus)
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