Der Barockcellist Giordano Antonelli, der Coro da Camera Italiano und das Barock-Ensemble Musica Antiqua Latina widmen sich liturgischen Kompositionen von Georg Friedrich Händel.

Im 18. Jahrhundert war Rom eine dynamische Stadt mit 150.000 Einwohnern und einem kunstliebenden Papst Clemens XI., der sich für die Kunst und die Errichtung prächtiger Gebäude einsetzte. Prachtvoll hielten auch die Kardinäle Hof, viele mit vorzüglichen Orchestern. Im Herbst 1706 traf Händel ein und es ist erstaunlich, wie rasch es dem 21-jährigen Protestanten aus Sachsen gelang im katholischen Umfeld zu glänzen.

Gründete im Jahr 2000 das Ensemble Musica Antiqua Latina, mit dem er sich auf das frühbarocke Repertoire konzentriert: der Barockcellist Giordano Antonelli

Von Kardinal Colonna erhielt Händel den Auftrag, Musik für das Hauptfest des Karmeliterordens am 16. und 17. Juli beizutragen, das alljährlich in Form einer vertonten Vesper, eines liturgischen Abendgebets, in der römischen Kirche Santa Maria in Montesanto an der Piazza del Popolo zu Ehren der Schutzpatronin gefeiert wurde. Da Händel keine komplette Karmeliter-Vesper ablieferte – unter anderem fehlte die Magnificat-Vertonung – ergänzen die Musiker sie hier mit Kompositionen anderer Zeitgenossen. Prächtige vom Glauben her inspirierte Musik.

Mehr von Georg Friedrich Händel auf crescendo.de

"Sacred Handel. Music for the Carmelite Vespers Rome 1700", Giordano Antonelli, Coro da Camera Italiano, Musica Antiqua Latina (dhm)

Previous articleVirtuosität und Leichtigkeit
Next articleEin Wutausbruch mit minutenlangem Tremolo und ein zuversichtliches Ende
„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here