Hoher ästhetischer Wert

Giorgio Strehler

Giorgio Strehlers Inszenierung von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ gibt es zum 20. Todestag des Theatermachers in einer Wiederaufführung an der Mailänder Scala auf zwei DVDs zu sehen.

20 Jahre nach dem Tod des großen Theatermachers Giorgio Strehler und zehn Jahre nach dem Tod seines Ausstatters Luciano Damiani ließ die Scala 2017 jene Entführung wieder aufleben, mit der Strehler 1965 bei den Salzburger Festspielen (u.a. mit Fritz Wunderlich) für Furore gesorgt hatte: Die aufgeschlossenen Kritiker feierten damals den Charme und die Grazie seiner Deutung aus dem Geist einer Goldoni-Komödie – mit einer Mischung aus Papier- und Marionettentheater sowie reizvollen Scherenschnittwirkungen. Die Mailänder Neueinstudierung bleibt zumal in den Dialogen um Nuancen zu steif, aber der hohe ästhetische Wert der Produktion lässt den damaligen Erfolg begreifen. Das Ensemble dominieren die in den Koloraturen souveräne, reif tönende Lenneke Ruiten als Konstanze und die stimmlich schlanke Sabine Devieilhe als Blondchen. Als einzige „Originalbesetzung“ von 1965 stand noch Zubin Mehta zur Verfügung, der vermutlich annähernd so musizieren lässt wie damals an der Salzach vor der Originalklang-Revolution: nobel, rund und gemessen.

Wolfgang Amadeus Mozart: „Die Entführung aus dem Serail“, Teatro alla Scala, Giorgio Strehler, Zubin Mehta (Cmajor)
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