Giovanni Antonini legt mit Anna Lucia Richter und dem Ensemble Il Giardino Armonico eine Aufnahme von Haydns Schöpfung vor. 

Als willkommenes Nebenprodukt der Gesamtaufführung und ‑einspielung der Haydn-Sinfonien bis zum Jubiläumsjahr 2032 legt Giovanni Antonini mit dem Ensemble Il Giardino Armonico sowie als besonderem Asset dem Chor des Bayerischen Rundfunks eine Aufnahme der Schöpfung vor. Monumentalität, Gewicht und Pathos traditionellen Zuschnitts geht Antonini, zumindest jenseits der dramatisch-verstörenden „Vorstellung des Chaos“, wo immer möglich aus dem Wege, hält die Tempi alert und frisch – sowie den Tonfall, trotz oft attackierender Tongebung im Orchester, insgesamt leicht. 

Il Giardino Armonico
Das Ensemble Il Giardino Armonico
(Foto: © Lukasz Rajchert)

Dafür erfreut er sich vor allem an den vielen pittoresken Naturschilderungen, nicht bloß in den aufzählenden Accompagnato-Passagen (bei denen er auf Harnoncourts strikt trennende Generalpausen verzichtet), sondern auch in Arien und Ensembles. Unter den Solisten mit der etwas durchdringend jubelnden Anna Lucia Richter und dem nasalen Maximilian Schmitt dominiert nach bester Harnoncourt-Schule Florian Boesch mit seiner exemplarisch detaillierten, immer plastischen Textausdeutung, die fallweise auch überdeutlich-humoristische Effekte nicht ausschließt.

Joseph Haydn: „Die Schöpfung“, Anna Lucia Richter, Maximilian Schmitt, Florian Boesch, Il Giardino Armonico, Giovanni Antonini (Alpha)