Gordon Safari singt mit dem Ensemble BachWerkVokal geistliche Werke.

Johann Sebastian Bachs Choralmotette Jesu, meine Freude BWV 227 von 1723 steht für den Kern des protestantischen Christentums: In der stillen Abkehr von den weltlichen Dingen und der Hinwendung zum Geist Jesu findet der Gläubige Geborgenheit. Die Motette wurde wahrscheinlich als Trauermusik für die Leipziger Oberpostmeisterwitwe Johanna Maria Kees in Auftrag gegeben.

Gordon Safari singt mit dem Ensemble BachWerkVokal geistliche Werke von Johann Sebastian Bach, Johann Ludwig Krebs und Georg Philipp Telemann.
Singt Choralmotetten von Johann Sebastian Bach: das Ensemble BachWerkVokal
(Foto: © Michael Brauer)

Obwohl die Gattung bereits zu Bachs Lebzeiten als „antiquiert“ galt und ihren einstigen hohen liturgischen Rang längst an die Kantate abgegeben hatte, komponierte auch Johann Friedrich Doles, ein Nachfolger Bachs im Amt des Thomaskantors, eine Motette.

Alle musikdramatischen Effekte

Abgerundet wird das Programm mit Kantaten von Johann Ludwig Krebs und Georg Philipp Telemann. Aus dem Munde vieler Interpreten wirkt solche Musik oft wie ein (Glaubens)-Bekenntnis. Anders bei Gordon Safari, dem Diözesankantor der Ev. Superintendenz Salzburg & Tirol. Seine Sicht ist fast säkular. Er behandelt Begriffe wie Tod, Sünde oder Teufel wie Opernsujets und nutzt dazu alle musikdramatischen Effekte. Das ist packend, aber nicht unbedingt im protestantischen Sinne.

„Jesu meine Freude“, Ensemble BachWerkVokal, Gordon Safari (MDG)

Previous articleBayerische Staatsoper wieder mit vollem Kartenkontingent
Next articleStrobel leitet Antrittskonzert bei WDR Funkhausorchester
„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here