Puris­ten kön­nen pro­tes­tie­ren, Musik­lieb­ha­ber vor Freu­de einen Luft­sprung machen. Was Mar­tin Stadt­feld hier wagt, ist ein­fach groß­ar­tig. Der Pia­nist hat sei­ne „ganz per­sön­li­chen Lieb­lings­wer­ke“ von Hän­del für Kla­vier arran­giert. Kei­ne Tran­skrip­tio­nen im übli­chen Sin­ne, eher ein „re-com­po­sing“ der Wer­ke Hän­dels.

Hat sich inten­siv mit Hän­dels Musik beschäf­tigt: Mar­tin Stadt­feld
(Foto: © Ingrid Hertfel­der)

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Vier Ari­en in der Tra­di­ti­on der Varia­ti­ons bril­lan­tes eröff­nen das Album, dar­un­ter natür­lich Ombra mai fu. Völ­lig neu bear­bei­tet auch Hän­dels Cem­ba­lo­sui­te Num­mer fünf von 1720. Hier folgt nach dem Pre­lude plötz­lich das Lar­go aus Theo­do­ra. Befremd­lich? Nein, ist doch das Blacks­mith-The­ma aus dem letz­ten Satz der Sui­te zuvor auch in einer Oper zu hören gewe­sen. Hän­del spiel­te mit die­ser Melo­die schon 1704 in Almi­ra. Im Book­let beschreibt Stadt­feld anschau­lich sei­ne Ambi­tio­nen und offen­bart so, wie inten­siv er sich mit Hän­dels Musik beschäf­tigt hat. Das spürt man in jedem Ton. 

Georg Fried­rich Hän­del: „Varia­ti­ons“, Mar­tin Stadt­feld (Sony)

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Was hat John Wayne mit den Muppets und Groucho Marx gemeinsam? Für crescendo begibt sich Stefan Sell immer wieder auf die Suche nach verblüffenden Zusammenhängen. Überraschende Verbindungen bringt Sell auch als Konzertgitarrist auf die Bühne. In Programmen wie Don Quijote trifft Hamlet vereint er virtuoses Saitenspiel mit humorvollen Anekdoten und entstaubt die Weltliteratur. Seine langjährige Arbeit als Herausgeber und Autor beim Schott-Verlag wurde mit dem Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ ausgezeichnet.

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