12 Con­ver­sa­ti­ons with Thi­lo Heinz­mann hört man sich am bes­ten auf Vinyl (gibt es!) an, in einem Loft in Ber­lin. Rau­sche­bart, Hosen­trä­ger, dicke Horn­bril­le, Wes­te und ‚Kreis­sä­ge‘ auf dem Kopf, optio­nal aber hilf­reich. Das letz­te Werk des islän­di­schen Film- und Elek­tro­nik-Kom­po­nis­ten (und Fil­me­ma­chers) Jóhann Jóhanns­son, bevor Koka­in ihm 2018 den Lebens­fa­den abschnitt, war ein Streich­quar­tett in 12 Sät­zen eben die­ses Namens. Ent­stan­den ist es als eine Art Kol­la­bo­ra­ti­on mit dem Künst­ler des Titels, vor des­sen Bild Ohne Titel, 2011 (viel weiß, mit fei­nen schwar­zen Tusche­spren­keln) Jóhanns­son lan­ge saß und kom­po­nier­te.

Das Foto zeigt den 2018 verstorbenen Komponisten 
Jóhann Jóhannsson (© Sachyn Mital)
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Der post­mi­ni­ma­lis­ti­sche Ton von Jóhanns­son gibt sich wie der gemein­sa­me Nen­ner von Phil­ip Glass, Max Rich­ter und Bri­an Eno. Das bel­gi­sche Streich­quar­tett Echo Collec­tive spielt das medi­ta­tiv wir­ken­de Werk mit gro­ßer Ruhe. Die Gesprä­che zwi­schen Auf­trag­ge­ber, Maler und Kom­po­nist, die dem Werk eben­falls – abs­trakt – zugrun­de lie­gen, flie­ßen nur so dahin, 40 Minu­ten lang.  

Jóhann Jóhanns­son: „12 Con­ver­sa­ti­ons with Thi­lo Heinz­mann”, Echo Collec­tice (DG)

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Jens Laurson
Jens F. Laurson fand mit Bach, Haydn und Rheinberger-Messen (als Domspatz) zur klassischen Musik losgelassen und ist bekennender musikalischer „Allesfresser“. Eigentlich studierter Politologe, kam er über Tim Page und die Washington Post zum Musikjournalismus. Er kann „Gennadi Roschdestwenski” buchstabieren, ohne nachschlagen zu müssen.

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