Es war ein kalkulierter Tabubruch: das Konzert für Violoncello und Blasorchester von Friedrich Gulda. Um Konvention und Tradition scherte sich der Musiker einen feuchten Kehricht und vermengte munter das, was nach Meinung des Establishments nicht zusammengehört: U- und E‑Musik, Genres und Stile jeglicher Couleur. Herausgekommen ist dabei ein wundersamer Mix und ein höchst vergnüglicher obendrein. Der Cellist Friedrich Kleinhapl spielt diese offensichtliche Provokation mit größter Lust, der Wiener Concert Verein sekundiert mit ebensolcher. Famos! Auch die für die Kombination Blasorchester und Cello arrangierten Stücke aus diversen Suiten Dmitri Schostakowitschs machen ungemein Laune. Fabelhaft! Der subversive Humor dieser Stücke und die Revoluzzerattitüde Guldas – diese „Begegnung zweier Großmeister des musikalischen Humors“, so Kleinhapl, macht Lust auf mehr. Grandios!

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Guido Krawinkel
Guido Krawinkel schreibt über alles, was mit Musik zu tun hat. Dem Studium der Musikwissenschaften in Bonn folgten Tätigkeiten in der Tonträgerbranche, beim Radio und im Verlagswesen sowie eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. Als freier Journalist arbeitet Guido Krawinkel für Zeitungen, Zeitschriften und Konzerthäuser, schreibt Rezensionen, CD-Booklets und Programmeinführungen und ist Mitglied in der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Der begeisterte Chorsänger hält es mit Loriot: Ein Leben ohne Chor ist möglich, aber sinnlos.

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