Das Musiktheaterkollektiv HAUEN UND STECHEN wählt Rimski-Korsakows Oper Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesh zur Grundlage seiner Performance. Premiere ist am 18. Oktober 2020 in der Oper Halle.

Das Musiktheaterkollektiv HAUEN UND STECHEN wählt Rimski-Korsakows Oper Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesh zur Grundlage seiner Performance. Premiere ist am 18. Oktober 2020 in der Oper Halle.

Nikolai Rimski-Korsakow (im Titelbild des Beitrags auf einem Gemälde von Walentin A. Serow, Tretjakow Galerie) bringt in seiner Oper Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesh zwei Legenden zusammen. Die christlich-eschatologische von der unsichtbaren Stadt Kitesh verbindet er mit jener von Pjotr und Fewronija aus Murom, die von der starken und den Tod überdauernden Liebe zwischen dem Muromer Fürsten Pjotr und der Bauerntochter Fewronija erzählt. So wird in seiner Oper Fewronija, die im Wald die Tiere füttert und mit ihnen spricht, vom Fürstensohn Wsewolod zur Braut genommen. Als die Horde der Tataren einfällt, alle Bewohner tötet und Fewronija gefangen nimmt, stirbt auch Wsewolod. Doch nach seinem Tod erscheint er Fewronija, und sie geht mit ihm in das paradiesische Kitesh ein.

Expressive Musiktheatersprache

Das Musiktheaterkollektiv HAUEN UND STECHEN wählt Rimski-Korsakows Oper als Ausgangspunkt seiner Performance. 2012 von den Opernregisseurinnen Franziska Kronfoth und Julia Lwowski sowie dem Galeristen Thilo Mössner ins Leben gerufen, arbeitet das Kollektiv an einer ästhetisch engagierten, expressiven Musiktheatersprache.

Der Dirigent Peter Schedding

Übernimmt die musikalische Leitung der Performence Kitesh: Peter Schedding
(Foto: © Wenzel Falk)

Mit Musik des zeitgenössischen Komponisten Alexander Chernyshkov sucht es, in Kitesh zu ergründen, was Geheimnis und Glauben als Relikt einer verlorenen Vergangenheit noch bewirken können. Das Publikum wird dabei einbezogen. Es ist eingeladen, sich mit den Darstellern und Musikern auf die Reise zum sagenhaften Kitesh und damit auch zu einer besseren Version der eigenen Stadt zu bewegen. Regie führt Franziska Kronfoth. Die Rolle der Fewronija übernimmt Anke Berndt, und die musikalische Leitung liegt in den Händen von Peter Schedding. Die Premiere findet am 18. Oktober statt. Weiter Aufführungen gibt es am 24. und 30. Oktober 2020.

Weitere Informationen: www.buehnen-halle.de

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.